Zwischen Eurovision, Social Media Detox, Bücher schreiben und Journalismus
Lukas Heinser über Schreiben seit den 90ern, Blogs, Medienwandel, den Eurovision, Aufmerksamkeit, Social Media Abstinenz und warum Abstand oft hilft.
28.01.2026 98 min
Zusammenfassung & Show Notes
Autor und Journalist Lukas Heinser spricht mit mir über Schreiben seit den 90ern, Blogs, Medienwandel, den Eurovision Song Contest, Arbeitsroutinen, Aufmerksamkeit, Social Media und warum Abstand oft hilft, Dinge besser einzuordnen.
Lukas ist Autor, Blogger, Journalist und nicht nur seit Ende der 1990er Jahre im Internet unterwegs, sondern war Leiter des Bildblogs und ist darüberhinaus freier Mitarbeiter des ARD Morgen Magazins und Assistent des deutschen Kommentators beim Eurovision Song Contest.
Aber was heißt das eigentlich, wenn man so lange schreibt, veröffentlicht, beobachtet und kommentiert? Und wie verändert sich der Blick auf Medien, Arbeit und Öffentlichkeit, wenn man all diese Phasen selbst miterlebt hat? In dieser Folge spreche ich mit Lukas über seinen Weg vom frühen Bloggen bis zur heutigen Arbeit zwischen Journalismus, Buchprojekten, Podcasts und dem Eurovision Song Contest.
Wir reden darüber, wie sich Schreiben über die Jahre verändert hat, warum Blogs einmal ein eigener Mikrokosmos waren – und was davon heute noch übrig geblieben ist. Ein großes Thema ist der Alltag kreativer Arbeit: Wie entstehen Texte? Wie geht man mit Deadlines, Feedback und dem eigenen Anspruch um?
Lukas erzählt, warum er selten vor einem „leeren Blatt“ sitzt, wie Gedanken oft lange vor dem eigentlichen Schreiben reifen – und weshalb Umgebung, Tools und Routinen einen größeren Einfluss haben, als man denkt. Außerdem sprechen wir über Aufmerksamkeit, Social Media und Arbeitskultur.
Über den bewussten Rückzug von den Social Media Plattformen, über Überforderung durch Dauermeinung und darüber, warum zeitlicher Abstand oft hilft, Dinge klarer einzuordnen. Es geht um Privilegien, um Medienlogiken, um Quellenkompetenz – und um die Frage, wie man sich in all dem nicht verliert.
Ein ausführlicher Talk über Schreiben, Medien und Arbeit – und darüber, warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
BILD LUKAS: Dominik Führ
Lukas ist Autor, Blogger, Journalist und nicht nur seit Ende der 1990er Jahre im Internet unterwegs, sondern war Leiter des Bildblogs und ist darüberhinaus freier Mitarbeiter des ARD Morgen Magazins und Assistent des deutschen Kommentators beim Eurovision Song Contest.
Aber was heißt das eigentlich, wenn man so lange schreibt, veröffentlicht, beobachtet und kommentiert? Und wie verändert sich der Blick auf Medien, Arbeit und Öffentlichkeit, wenn man all diese Phasen selbst miterlebt hat? In dieser Folge spreche ich mit Lukas über seinen Weg vom frühen Bloggen bis zur heutigen Arbeit zwischen Journalismus, Buchprojekten, Podcasts und dem Eurovision Song Contest.
Wir reden darüber, wie sich Schreiben über die Jahre verändert hat, warum Blogs einmal ein eigener Mikrokosmos waren – und was davon heute noch übrig geblieben ist. Ein großes Thema ist der Alltag kreativer Arbeit: Wie entstehen Texte? Wie geht man mit Deadlines, Feedback und dem eigenen Anspruch um?
Lukas erzählt, warum er selten vor einem „leeren Blatt“ sitzt, wie Gedanken oft lange vor dem eigentlichen Schreiben reifen – und weshalb Umgebung, Tools und Routinen einen größeren Einfluss haben, als man denkt. Außerdem sprechen wir über Aufmerksamkeit, Social Media und Arbeitskultur.
Über den bewussten Rückzug von den Social Media Plattformen, über Überforderung durch Dauermeinung und darüber, warum zeitlicher Abstand oft hilft, Dinge klarer einzuordnen. Es geht um Privilegien, um Medienlogiken, um Quellenkompetenz – und um die Frage, wie man sich in all dem nicht verliert.
Ein ausführlicher Talk über Schreiben, Medien und Arbeit – und darüber, warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
BILD LUKAS: Dominik Führ
Autor und Journalist Lukas Heinser spricht mit mir über Schreiben seit den 90ern, Blogs, Medienwandel, den Eurovision Song Contest, Arbeitsroutinen, Aufmerksamkeit, Social Media und warum Abstand oft hilft, Dinge besser einzuordnen.
Lukas ist Autor, Blogger, Journalist und nicht nur seit Ende der 1990er Jahre im Internet unterwegs, sondern war Leiter des Bildblogs und ist darüberhinaus freier Mitarbeiter des ARD Morgen Magazins und Assistent des deutschen Kommentators beim Eurovision Song Contest.
Aber was heißt das eigentlich, wenn man so lange schreibt, veröffentlicht, beobachtet und kommentiert? Und wie verändert sich der Blick auf Medien, Arbeit und Öffentlichkeit, wenn man all diese Phasen selbst miterlebt hat? In dieser Folge spreche ich mit Lukas über seinen Weg vom frühen Bloggen bis zur heutigen Arbeit zwischen Journalismus, Buchprojekten, Podcasts und dem Eurovision Song Contest.
Wir reden darüber, wie sich Schreiben über die Jahre verändert hat, warum Blogs einmal ein eigener Mikrokosmos waren – und was davon heute noch übrig geblieben ist. Ein großes Thema ist der Alltag kreativer Arbeit: Wie entstehen Texte? Wie geht man mit Deadlines, Feedback und dem eigenen Anspruch um?
Lukas erzählt, warum er selten vor einem „leeren Blatt“ sitzt, wie Gedanken oft lange vor dem eigentlichen Schreiben reifen – und weshalb Umgebung, Tools und Routinen einen größeren Einfluss haben, als man denkt. Außerdem sprechen wir über Aufmerksamkeit, Social Media und Arbeitskultur.
Über den bewussten Rückzug von den Social Media Plattformen, über Überforderung durch Dauermeinung und darüber, warum zeitlicher Abstand oft hilft, Dinge klarer einzuordnen. Es geht um Privilegien, um Medienlogiken, um Quellenkompetenz – und um die Frage, wie man sich in all dem nicht verliert.
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Eurovision Song Contest — Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten
ESC — Das kleinste Buch zum größten Musikereignis
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Aber was heißt das eigentlich, wenn man so lange schreibt, veröffentlicht, beobachtet und kommentiert? Und wie verändert sich der Blick auf Medien, Arbeit und Öffentlichkeit, wenn man all diese Phasen selbst miterlebt hat? In dieser Folge spreche ich mit Lukas über seinen Weg vom frühen Bloggen bis zur heutigen Arbeit zwischen Journalismus, Buchprojekten, Podcasts und dem Eurovision Song Contest.
Wir reden darüber, wie sich Schreiben über die Jahre verändert hat, warum Blogs einmal ein eigener Mikrokosmos waren – und was davon heute noch übrig geblieben ist. Ein großes Thema ist der Alltag kreativer Arbeit: Wie entstehen Texte? Wie geht man mit Deadlines, Feedback und dem eigenen Anspruch um?
Lukas erzählt, warum er selten vor einem „leeren Blatt“ sitzt, wie Gedanken oft lange vor dem eigentlichen Schreiben reifen – und weshalb Umgebung, Tools und Routinen einen größeren Einfluss haben, als man denkt. Außerdem sprechen wir über Aufmerksamkeit, Social Media und Arbeitskultur.
Über den bewussten Rückzug von den Social Media Plattformen, über Überforderung durch Dauermeinung und darüber, warum zeitlicher Abstand oft hilft, Dinge klarer einzuordnen. Es geht um Privilegien, um Medienlogiken, um Quellenkompetenz – und um die Frage, wie man sich in all dem nicht verliert.
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Transkript
Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge des Kreativ Korner Podcasts.
Heute habe ich mir Lukas Heinser in die Corner eingeladen und wen noch nicht kennt,
Lukas schreibt als Autor, Blogger und Journalist, wie er selbst sagt, seit 1998 ins Internet.
Also schon ganz schön lange.
Er betreibt immer noch das Blog Coffee in TV, war Leiter des Bildblogs und ist freier Mitarbeiter des Morgenmagazins.
Als wäre das noch nicht genug, ist er auch Assistent des Deutschen Kommentators beim Eurovision Song Contest
und hat sein erstes Buch über genau diesen geschrieben.
Darin beschäftigt er sich mit populären Irrtümern und anderen Wahrheiten rund um das europäische Song-Event.
Ach so, Podcasts macht er auch noch.
Kein Wunder, dass er einen langen Wikipedia-Eintrag hat.
Umso mehr freut mich, dass er heute in der Show ist.
Hallo, Lukas.
Hallo Stefan, vielen Dank für die Einladung.
Bitte, immer gerne, es ist ja quasi die, wie nennt sich das, Wieder-Einladung?
Wie sagt man das? Wiedereinladung?
Wie heißt das? Erwiderung?
Erwiderung? Stimmt, wie heißt das?
Du bist der Journalist von uns oder?
Rückspiel.
Im Sport sagen wir Rückspiel.
Genau, das ist das Rückspiel. Das ist das Rückspiel, das Rückmatch.
Weil ich war ja vor, wie lange ist das jetzt hier, anderthalb Jahren?
Zwei Jahre.
Ja, das ist schon zwei Jahre her.
Was so ich ja freundlicherweise in deinem oder einen deiner Podcast, muss man ja schon fast sagen, eingeladen,
der heißt jetzt, ich will es nicht falsch sagen, "Woher kennen wir uns noch?"
Ein wirklich tolles Format. Sag du doch mal, worum es da geht.
Die Idee war einfach, man kennt ja so viele Leute irgendwie auf Social Media,
also ist mit denen befreundet und mit denen im Austausch und so was.
Und die Frage ist ja dann irgendwann so, woher kennen wir uns eigentlich?
Also, weiß nicht, wir sind, glaube ich, seit über 20 Jahren oder so was durch Blogs und ähnliches verbunden und so was.
Und dann ist immer so die Frage so, lässt sich überhaupt noch rekonstruieren, wie man sich kennengelernt hat?
Und auf dieser Einstiegsfrage dann eigentlich ein offenes Gespräch über das Leben und Schaffen dieser Leute?
Das war auch sehr nett und sehr lang.
Das stimmt, der Schnitt hat ein bisschen länger gedauert als sonst.
Ja, ich glaube, es lag an mir, es tut mir wirklich sehr leid.
Aber du hast recht, wir kennen uns wirklich über Blogs, weil ich hatte ja damals noch das Blog "Randpop", dann "Coffee & TV"
und damals war ja in der Prä-Social Media, also es gab ja schon Social Media, aber Blogs waren ja das Ding.
Und man hat sich im Prinzip, was heute Kommentarschlachten unter dem Post sind,
waren eigentlich Schlachten unter Blogbeiträge oder im besten Fall nette Diskussionen oder Unterhaltungen, oder?
Ja, auch gegenseitiges Zitieren und Rekurrieren und dann eben nicht an einem Ort untereinander,
sondern dann bezog man sich da drauf und wenn du es heute nachverfolgen willst,
sind die Hälfte der Einträge verschwunden und du weißt überhaupt nicht mehr, worum es geht.
Aber das war damals im Prinzip ein komplett eigener Mikrokosmos.
Stimmt, Pingbags, was heute noch so in WordPress auch drin ist und in ganzen Blogs.
Wenn man einen Blog erwähnt hat, also einen Link gesetzt hat, ist das automatisch erwähnt worden und das wird dann als Kommentar drunter gesetzt.
Ja, stimmt.
Eigentlich alles technisch perfekt, alles ausgereift, alles sauber
und dann mussten diese ganzen Social Media Anbieter kommen und ihre geschlossenen Systeme da drüber schmeißen und ja.
Silobildung, immer eine super Idee.
Ja, mach Wissen zu einem Silo, das ist immer gut.
Oder halt, also man kann ja froh sein, dass es sowas wie die Wayback Engine gibt,
die ja leider auch unter massiven Beschuss aus Copyright-Ecke und rechtlicher Ecke und politischer Ecke steht.
Und Hacker.
Jaja, die haben gerade echt Probleme.
Die hatten glaube ich vor drei oder vier Wochen auch so ein DDoS Attack irgendwie, was das über die drei Tage Lage gelegt hat.
Ist halt schon krass.
Aber so, wo man wirklich mal nachgucken kann, also ich kann nachgucken, wie unsere allererste Webseite
von 1997 nicht ausgesehen hat, weil er hat nicht alle Bilder abgespeichert, aber zumindest so die Infos kann man auch so voll gut.
Also es hilft mir auch.
Man findet tatsächlich und ich sage die URL nicht, man findet meine allererste User Webseite, also nennen wir es mal Blog,
die ich über einen Hoster in Aachen hatte, der einem dann so 500 Kilobyte Speicherplatz geklebt hat oder so.
Und da konnte man so einen HTML Text, den man immer wieder ergänzt, da reinschreiben.
Wenn man die URL kennt, dann und mein Usernamen da.
Ist noch da?
Das ist noch da.
Das ist crazy.
Ja.
Weil so eigentlich so die ganzen Frühzeiten, so Geocities und AOL Webseiten und so was,
Homepages, wie man sie damals nannte, es ist ja irgendwie alles verschüttet gegangen.
Inklusive weiter Teile von MySpace auch.
Ja krass, vor allen Dingen mit dem Neustart von MySpace waren dann auf einmal die alten Sachen weg.
Das fand ich halt auch so okay.
Den ist halt einfach das Archiv abgerauscht.
Ist das?
Ja, stand irgendwann mal so halb groß in der Presse, dass die tatsächlich, glaube ich, 80 Prozent ihrer Daten einfach verloren haben.
Weg.
Das wirklich bitte, man muss mehr Screenshots machen, ich sag's dir, mehr Screenshots.
Das hilft, also wie gesagt, aber ich finde trotzdem so diese Wayback-Sache, das ist schon ganz nett auch.
Deswegen kann ich ja immer noch mal nachgucken, weil ich tatsächlich habe das Blog, also Rampop, irgendwann mal offline genommen,
weil ich ja einfach keine Zeit mehr hatte und ehrlich gesagt, DSGVO, Kommentare, oh Gott, moderieren, oh ne, bitte nicht.
Man kann auch einfach die Kommentarfunktion abschalten, so hab ich's gemacht, aber es ist...
Ja, aber eigentlich ist das ja auch nicht der Sinn der Sache, also das hat man ja gerade, ne?
Ja, das stimmt.
Ja, aber du betreibst das Blog ja wirklich auch immer noch regelmäßig dann, ne?
Ja, also regelmäßig kann ja auch einmal im Jahr heißen, also es ist schon ein bisschen mehr.
Ich hab jetzt dieses Jahr noch mal so eine neue Serie gestartet, die großen Alben von 1999, 25 Jahre später,
weil also '99 gerade für mich, da war ich halt 16, ne?
Das ist halt eh immer so eine prägende Zeit und es ist aber, glaube ich, auch ein relativer Konsens,
dass das 'ne ganz guter Jahrgang war für Alben, so '99, 2000, und halt irgendwie diese Alben so nach 25 Jahren
noch mal zu besuchen und reinzuhören und drüber zu schreiben und ich denke, das werd ich auch in den nächsten Jahren so weitermachen,
weil es macht schon Spaß.
Ich wollt grad sagen, da kommen ja noch einige Alben, wenn du dann in den Nullerjahren bist,
wo Hip-Hop auf einmal so richtig steil gegangen ist im Mainstream und das beherrschenden Genre,
da sind ja Platten rausgekommen, gut auch von Leuten, wo man heute nicht mehr so drüber reden möchte,
aus diversen Gründen, aber die schon durchaus ganz gute Platten hatten.
Ja, dann kommst ja noch in die Nullerjahre rein und da hast ja auch noch 'ne Menge zu tun, also Stichwort.
Rise of Hip-Hop als demonierendes Genre und so viele Platten, die 'nen Genre definiert haben,
sozusagen oder ausdefiniert haben oder neu geschaffen haben und selbst bei der Gitarrenmusik,
da sind wir auch noch nicht bei Strokes und das ganze Indie-Zeug, also da kommt noch einiges.
Ja und es ist natürlich, also so klar merke ich auch, dass ich jetzt so mit über 40 sehr viel Zeit in der Vergangenheit verbringe,
aber ich versuch ja auch dann in den Texten zu erklären, warum das damals für einen 16-, 17-jährigen bedeutsam war
und aber auch irgendwie die Brücke in die Gegenwart zu schlagen und das ist jetzt so ein bisschen absurd das zu sagen,
wenn man eigentlich sehr viel journalistisch arbeitet, aber ich finde halt eh immer, dass es hilfreich ist,
Sachen mit ein bisschen zeitlichem Abstand sich anzugucken und dann noch mal drüber zu sprechen,
weil in dem Moment, wo sie sich ereignen oder sie veröffentlicht werden oder sowas,
kann man das immer ganz schlecht einschätzen, also es ist bei wenigen Sachen so, dass man sagen kann, das ist jetzt der 11. September,
das ist jetzt offensichtlich ein besonderer Moment, sondern bei vielen Sachen merkt man es dann auch erst hinterher oder es war gar nicht so besonders.
Ja, ich glaube, viel liegt auch wirklich an der Aufmerksamkeitsökonomie.
Das zieht sich, glaube ich, jetzt gerade durch alle Gespräche wie ein roter Faden dieses Thema sich mal zurücknehmen,
vielleicht noch mal einen kurzen Schritt zurückgehen und mal fragen, muss ich das jetzt kommentieren,
muss ich mich darüber aufregen oder emotional anträgern lassen, muss ich dazu eine Meinung haben,
muss ich das Projekt jetzt schon rausschieben, ist das schon, also das zieht sich wirklich bei allen so wie so ein roter Faden durch,
so was du gerade sagst und das finde ich interessant, das geht mir nicht anders.
Ich habe mich glücklicherweise ja weitestgehend aus Social Media zurückgezogen, das war auch eine gute Idee.
Erzählts immer wieder gern, dass ich am 31. Dezember 2019, also Silvester 2019 gesagt habe, ach komm, ich melde mich einfach mal bei Facebook ab und lösche das.
Stimmt.
Sechs Wochen später, Covid, alle drehen durch, ich habe nichts mehr, also ich habe natürlich was mitbekommen,
aber ich war froh, dass ich zumindest nicht mehr, also nicht, dass ich vorher auf Facebook aktiv gewesen wäre,
aber es war nicht mal die Versuchung, irgendwie da reinzugucken und zu sehen, was Jürgen und Rüdiger mit ihren Motorradfotos im Profilbild jetzt irgendwie für eine Meinung haben.
Ja, ich bewundere Leute, die das halt wirklich auch als Aktivismus sehen, das halt zu machen und das klarzustellen und so bei Zeitungen runterzukommentieren und Diskussionen halt auch mal auf eine Normallevel zu heben.
Und ich denke mir nur so, komm, weißt du, es ist ja schön, aber es hilft eh, befürchte ich nichts und das sage ich als Humanist und Menschenfreund in dem Fall.
Ich habe auch manchmal so Phasen, wo ich dann mich so irgendwie so, weißt du, der Bundeskanzler hat irgendwas gepostet und die Kommentare da drunter sind wieder so "oh".
Und dann gibt es so einen so, irgendwelche Typen, wo du dann so argumentativ oder faktisch irgendwie einhaken kannst und dann erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich das versuche.
Sagen wir mal so, wenn es einmal von zehn Fällen irgendwie dazu führt, dass jemand sagt "oh, habe ich noch nicht so gesehen", dann sehe ich es gleich wieder als Bestätigung, denke "okay, dann mache ich es vielleicht noch zehnmal".
Heißt aber auch, ich habe einfach zu viel Tagesfreizeit offensichtlich.
Entschuldigung, das Kind ist sechs Stunden in der Schule fast. Was soll ich sonst machen? Stimmt, darf man ja nicht vergessen, ne?
Und Working From Home ist ja für dich ja eh schon immer eher das Ding gewesen. Aber da können wir gleich mal zu kommen.
Ich will jetzt nicht die Dramaturgie des Podcasts direkt auflösen, nur weil wir schon direkt im Gespräch drin sind.
Wir machen auf jeden Fall noch die, der erste Blog hätte eigentlich das Intro sein sollen und jetzt waren wir schon weit im Gespräch.
Der zweite Blog ist nämlich eigentlich eine eines, drei Fragen, die ich dir stelle. Die würde ich jetzt gerne auch direkt machen, weil das knüpft auch jetzt nämlich tatsächlich so ein bisschen daran an.
Wenn du eine Frage nicht beantworten willst, nimm die nächste. Ich habe einen Pool. Wie sieht deine erste Arbeitsstunde am Tag aus?
In der Regel habe ich mir dann gerade den Kaffee gemacht und setze mich an meinen Schreib/S-Tisch und klappe erst mal das MacBook auf.
Und das kommt so ein bisschen darauf an, also wenn es ein Montag ist oder ich Tage vorher nicht so viel online war, also ich unterscheide irgendwie immer noch zwischen online am Rechner und online am Handy,
weil online am Rechner ist Arbeit. Da ist es auch sortierter in Browser, Tabs und ich habe einen Überblick, den ich dann schnell verlieren kann.
Und irgendwie so, also montags oder sowas, bin ich dann erst mal so damit beschäftigt, E-Mails zu lesen, so die letzten Tage nach zu holen, einmal in Social Media reinzugucken und sowas.
Es hängt aber immer auch ein bisschen davon ab, habe ich jetzt für den heutigen Tag ein Projekt, das ich irgendwie angehen muss, also muss ich einen Text schreiben, muss ich irgendwas vorbereiten?
Oder ist es eher so, ich gucke mal und fließe da so durch und dann hängst du natürlich auch davon ab, irgendwie, weiß nicht, habe ich eine Antwort auf eine Interviewanfrage bekommen oder sowas.
Also so erst mal quasi den Tag für mich selber sortieren, um auch selber ein Gespür dafür zu haben oder lass es mich so sagen, ich habe ganz gerne so eine mittelfristige Struktur.
Also ich bin nicht so 100 Prozent spontan und ich hasse es, Dinge irgendwie weiter als eine Woche im Voraus zu planen.
Aber so im Laufe oder am Beginn des Tages zu wissen, was ich heute mache, hilft mir schon irgendwie dann auch diese mir selbst gestellten Aufgaben zu abzuarbeiten.
Also machst du dann eher so eine Vorstrukturierung quasi?
Genau.
Ja. Interessant, dass du das tatsächlich schaffst, das erst am Montagmorgen zu machen und nicht am Sonntag schon.
Das machst du nie oder selten noch.
Also im Prinzip gucke ich natürlich am Sonntag genauso in meinen E-Mail-Eingang rein oder so, aber irgendwie habe ich mir das schon vor Jahren angewöhnen können, das dann wirklich so geistig auf Halt zu setzen und den besten Fall zu markieren.
Ja, du kannst ja mittlerweile sogar bei Gmail kannst du ja dann wirklich so auf Wiedervorgabe auch stellen mit so Terminen und so was.
Das nutze ich viel zu selten.
Ich kriege das noch mental selber hin, dann irgendwie zu sagen, so das gucke ich mir dann morgen alles an.
Aber ich finde es bewundert, also ich versuche es auch, ich schaffe es nicht immer.
Das gebe ich leider auch zu, weil ich wüsste schon ganz gerne, was am Montag auf mich zugrollen.
Es kam ja auch drauf an, wenn ich weiß irgendwie, ich muss jetzt Montag irgendwie zwei Texte fertig machen oder sowas, dann lasse ich mir selber auch weniger Zeit, um mich erstmal auf den Stand zu bringen, sondern gehe dann irgendwie direkt in die Arbeit rein.
Ja, ich habe jetzt gelesen, die Amerikaner haben natürlich für alles einen Namen, Logo, muss ja sofort alles ein Label bekommen, das ist die Sunday Anxiety.
Ja.
Wurde ich vorher auch noch nicht, habe ich jetzt auch gehört.
Sunday Scaries auch genannt?
Sunday Scaries, ja gab es auch Sunday Anxiety und Sunday Scaries.
Und als ich das Wort gehört habe, war ich total glücklich, weil ich endlich wusste, dass ich als Schüler nicht alleine war mit diesem Gefühl, irgendwie so Sonntags, Nachmittags, eigentlich ist das Wochenende schon wieder vorbei und wir müssen morgen früh raus und sowas.
War toll, dass es ein Wort dafür gibt.
Das ist wirklich gut, das brauchte ich nicht.
Bei mir wäre Monday Fun gewesen, weil ich bin, ich habe...
Ich tue mir leid.
Auf die Schule?
Ja, wirklich, ich weiß nicht warum.
Ich bin wirklich so gerne, also das war wirklich, ich fand auch Sommerferien war so...
Aber dann eher wegen des Soziallebens.
Ja, ich war auf dem Theodoräus-Gymnasium in Dienstlagen, da ist glaube ich niemand gerne hingegangen.
Ich bin auf dem Gymnasium über Wallenberg jetzt.
Also das hat ein paar Benefits, aber aus anderen musikalischen Gründen, aber mehr aber auch nicht.
Das war natürlich ein städtisches Gymnasium, ich glaube das wurde gegründet in meinem Geburtsjahr 1971, also dementsprechend war das halt auch und wahrscheinlich deins auch.
Meins ist von 1901.
Ah, ok krass, war das so ein altes Gebäude?
Ja, das war auch so ein altes Gebäude und irgendwie...
Mein Vater war schon hingegangen und auch durchaus waren noch Lehrer übrig geblieben aus der Zeit und sowas.
Ja, das war meine Grundschule, da ist meine Mutter und ich glaube meine Oma auch wahrscheinlich hingegangen, die gab es seit dem 19. Jahrhundert.
Nee, aber deswegen dachte ich so Dienstlagen und so das ganze Niederrhein, linksrheinische und generell ja Rhein-Ruhr ist ja oft halt auch eher 70 Jahre Zweckbauten.
Beides, also es gab einen Altbau und es gab so einen Neubau und exakt der Altbau, so wie du ihn dir vorstellst mit so, ich glaube aber beigeen Kacheln an den Wänden und also man hätte auch noch so eine Poker-Klamotte da drehen können und der Neubau aber wirklich so 70er Jahre die Ästhetik von Turnhallen zu Ende gedacht auch in Klassenräumen.
Genau und vor allen Dingen, hattet ihr das auch so breite, freistehende Aufgänge in der Mitte?
Nee, wir hatten so richtige Treppenhäuser.
Hattet ihr ein richtiges Treppenhaus? Nee, wir hatten tatsächlich so ein richtiges freistehendes Ding, wo man natürlich auch viel Unsinn machen konnte, viele Dinge runterwerfen und ich so, das habt ihr nicht durch, also da dachten wir da früher schon, das habt ihr nicht durchdacht, weißt ihr? Man kann hier sehr viel Unsinn machen, so das ist nicht gut. Nee, das sind viele auch hier so von der RWTH, so viele Gebäude aus der Zeit haben so das Ähnliche, ich glaube das sollte wahrscheinlich Bauhaus sein.
Meine Vermutung heutzutage.
Ja, da entschließt sich jetzt auch so ein bisschen immer die Nächte-Frage an, also man merkt, ich hab...
Ja, ich versuch mich auch nur.
Wie gehst du, wenn du schon so ein bisschen vorstrukturierst, aber wie gehst du mit kreativen Blockaden um, wo ich mir vorstellen kann, dass das als Autor öfter mal passieren kann, gerade wenn man so einen Text abgeben muss aufgrund einer Deadline?
Ich klopfe erst auf Holz und dann sage ich, dass ich das eigentlich nicht kenne. Also gerade bei Texten ist es so, wenn ich weiß, worüber ich schreiben möchte, also ich hab mir jetzt ein Thema gesetzt und ich hab einen Auftrag bekommen, dann weiß ich so, das ist das Thema, ich bin aber erst mal noch mit anderen Sachen beschäftigt, wie Spülmaschine ausräumen, einkaufen gehen, duschen, sonst irgendwas und ich habe...
Ich kann das nicht anders beschreiben. Ich habe quasi so ein LLM, also so ein Large Language Model in meinem Kopf, das von alleine einfach durchläuft und das formuliert Einstiege und Sätze und Gedanken und manchmal habe ich wirklich das Problem, dass es zu schnell ist, um es überhaupt mitzuschreiben.
Und das heißt, es ist wirklich so, als ob ich mich so in so einen Äther einstöpseln würde oder noch nicht mal einstöpseln muss, sonst kommen einfach, die Gedanken kommen so. Ich glaube, deswegen habe ich auch angefangen zu bloggen und so, weil es einfach immer so in meinem Kopf war und es muss halt irgendwo hin.
Und das heißt, es kommt wirklich selten vor und meistens weiß ich dann, das wird kein guter Text und es war keine gute Idee, diesen Text zuzusagen, dass ich wirklich überlege, was könnte ich jetzt schreiben und so was, sondern meistens kommen entweder der Einstieg oder drei, vier ganz gute Sätze, bevor ich mich überhaupt hingesetzt habe.
Und dann ist es einfacher, da in den Fluss zu kommen. Also ich fange quasi nie mit einem weißen Blatt Papier an.
Okay. Organisierst du dann so eine Ideenfindung, also jenseits von ich muss das ins Blog, also es muss raus, organisierst du das irgendwie? Viele machen ja Notizbücher, manche nutzen digitale Sachen, manche nutzen Speak. Hast du da so eine Orga-Ablage für, wo du sagst, ey, das war ein guter Gedanke, den schreibe ich mal auf, den möchte ich aber auch wiederfinden.
Ja, wenn ich weiß, dass ich an einem Text arbeite konkret, dann mache ich mir irgendwie ein iPhone-Notizen, mache ich schon mal eine neue Datei auf und schreibe das da rein.
So, wenn es um Sachen geht, die ich irgendwann mal in meinem Blog oder in meinem Newsletter verwenden will, dann schreibe ich die erstmal in ein so eine große Datei rein, wo ich sie manchmal wieder finde und manchmal nicht.
Und manchmal gucke ich so rein und denke, ah, das war ein schöner Anfang für ein Thema, das jetzt auch schon anderthalb Jahre komplett durch ist und ich weiß auch die Zusammenhänge nicht mehr, aber der Gedanke an sich ist ganz schön, vielleicht kann man ihn noch mal in einem anderen Kontext verwenden oder so was.
Also da hat aber die Digitalisierung wirklich schon sehr geholfen, weil es halt alles ein bisschen einfacher ist. Also ich schreibe mir auch irgendwie schöne Zitate, die ich irgendwo lese, kopiere ich mir zusammen entweder als Inspiration oder um sie dann wirklich mal wörtlich auch zu zitieren oder so was.
Da fällt mir aber ein, dass ich das wirklich schon sehr, sehr lange mache und so als Teenager wirklich so eine Klade hatte, wo ich dann mit einem Füller irgendwie so Zitate reingeschrieben habe, auch mit Quellenangabe aus irgendwelchen Filmen oder so, besonders schöne Filmzitate oder sowas.
Und einfach glaube ich immer schon auch so Zeugs gesammelt habe.
Aber so spezialisierte Autoren-Tools, die ja alle dann immer hochreisen mit so, da kannst du Snippets sammeln und dann baut er dir Bezüge, Textanalysen und sagt so, hey, du schreibst gerade darüber, da passt das zu, was du schon mal notiert hast.
Das kenne ich noch gar nicht.
Also angeblich gibt es sowas, ich habe es auch noch nicht ausgesucht.
Aber wahrscheinlich, ich verlasse mich da immer so ein bisschen auf mein Gehirn, dass auch dann wüsteste Bezüge von alleine herstellen kann.
Und manchmal wäre es dann wahrscheinlich hilfreich, irgendein externes Tool zu haben.
Das sagt ja, und hier wäre der naheliegende Gedanke gewesen, der mir dann irgendwie drei Wochen später kommt.
Ich habe ein so eine Software, Scrivener heißt die.
Die hatte ich jetzt auch gerade die ganze Zeit im Kopf.
Und da habe ich mein ESC-Buch geschrieben, weil das ist halt wirklich super, weil du kannst dir da halt wirklich alles verwalten.
Du kannst quasi innerhalb eines Schreibprogramms hunderte von Unterordnern und Strukturen bauen.
Da habe ich da die Fakten-Sammlung reingepackt, so alle Informationen, die ich hatte, einzelne Gedanken und Sätze, die ich irgendwie schon mal im Vorfeld so hatte.
Und dann kannst du das Kapitelweise schreiben, kannst die Kapitel noch verschieben und so was.
Und dann transportierst du es irgendwann und kannst es ans Lektorat schicken.
Und das ist schon sehr praktisch.
Also ich schreibe zum Beispiel mein Newsletter da auch drin vor.
Was aber dann einfach so das Gefühl ist, ich schreibe gerne in so einer gewohnten Umgebung.
Also ich schreibe zum Beispiel auch viele Texte, auch wenn ich sie nicht in meinen Blog packen will, in meinem WordPress-Editor,
was ja auch quasi irgendwie so eine aufgebohrte Version ist, also irgendwie so quasi WordPress, weiß ich nicht, 2.0 oder sowas immer wieder abgedatet.
Also wenn du es heute installierst, sähe es komplett anders aus.
Und ich kann auch, wenn ich irgendwo für Projekte neues WordPress einrichten muss, damit nicht arbeiten und muss dann so Classic-Editors und sowas hinzufügen,
weil ich einfach nicht verstehe, was das System von mir möchte. Aber geht ja alles technisch.
Einfach um so ein Gefühl zu haben. Ich merke, ich schreibe dann anders.
Also wenn ich jetzt irgendwie Pages öffnen würde, um Text zu schreiben, dann schreibe ich automatisch ein bisschen anders als wenn ich das in WordPress mache.
Und wenn ich jetzt weiß, ich möchte gerne einen Text haben, der möglichst nah dran an diesem Bloggen ist, dann schreibe ich das da.
Interessant, dass quasi der Inhalt bestimmt wird durch die Umgebung, das Tool irgendwie so ein bisschen.
Aber jetzt wo ich gerade drüber nachdenke, macht es natürlich voll Sinn, wenn man so gewohnt ist, dass der Blog-Editor fürs Bloggen da ist,
schaltet das Gehirn in Blogger-Modus sozusagen. Ja, stimmt, das macht Sinn.
Es ist im Prinzip so Codeswitching, also wie du ja auch mit unterschiedlichen Leuten und in unterschiedlichen Umgebungen unterschiedlich sprichst.
Und wenn ich dann weiß, ich möchte jetzt nicht so den ganz langweiligen Text abgeben für die Zeitung,
sondern mal irgendwie so ein bisschen was originelleres haben, dann schreibe ich das woanders.
Tatsächlich finde ich dieses, was du gerade beschrieben hast, dieses Pages-Syndrom oder das Word-Syndrom,
du hast eine weiße Seite, fängst oben an und man hat sofort im Kopf, man muss von oben nach unten konsistent schreiben.
Weil das Programm, du hast völlig recht, ich habe irgendwie nachgedacht, das ist halt wirklich dieses Ding,
auch wenn man so Konzepte schreibt für irgendwas. Und mir hilft das nicht, weil mein Gehirn so nicht funktioniert.
So, mein Gehirn funktioniert eher in Bezügen und Clustern sozusagen.
Und deswegen habe ich, ich mache es tatsächlich in Apple Notes, alles elaborierte Unterordner, ähnlich wie in Scrivener.
Aber oben gibt es immer noch die schnellen Notiz, wo ich mal schnell irgendwas rein- von Stück.
Dann habe ich ein Tool, wo ich so ein Bookmark setze, also wie Bookmarks, kannst aber auch so Zitate.
Das mache ich nicht so konsequent, das heißt Omnivore, das ist ein gutes Ding für die Unternahme.
Ich wüsste alles. Aber gerade was so Snippets, Websites, Screenshots, irgendwas, Essays, die man nicht fand,
aber nur so ein Gedanken raus oder irgendwas, was man irgendwo mit einfliessen lassen kann, sei es eine Kundenpräsentation.
Ist ja auch so. Man nutzt ja auch viel, um didaktisch durch eine Präsentation zu führen.
Man muss nicht immer Goethe zitieren oder was weiß ich, den man immer nimmt.
Man kann auch mal was anderes nehmen. Und ich organisiere solche Newsletter da auch.
Ich mache mir immer, die nächste Ausgabe existiert schon und auch meistens die übernächste, zumindest als angelegtes Notiz.
Und das, was ich im Schreiben finde, passt nicht ganz so in den Newsletter, also macht irgendwie keinen Sinn für mich.
Jeder andere würde wahrscheinlich sagen, ist doch völlig egal, aber für mich macht es keinen Sinn.
Wandert dann einfach in den nächsten und manchmal wandert es nie irgendwo rein. Einfach weil es nie gepasst hat.
Irgendein Fakt, so wie du es gerade gesagt hast, so ein Factoid oder sowas halt.
Oder man hat es sich dann auch überholt. Das ist dann halt auch so.
Dein Newsletter ist ja tatsächlich sowieso mit dem viel geringeren Aktualitätsanspruch, sondern eher ein...
Wie soll ich sagen? Du hast ja schon so Rubriken. Was habe ich gelernt?
Was macht der Garten? Da kannst du gleich gerne mehr zu sagen, was du dir dabei gedacht hast.
Aber ich finde das ganz nett, dass man so eine gewisse Struktur hat, die aber nicht... die aber flexibel ist.
Ist es eine Geschichte? Man will das Wort Storytelling schon fast gar nicht mehr in den Mund nehmen.
Hast du das auch, dass du, wenn man so ein bisschen da gewisse Themen recherchiert,
dass man diese ganzen Storytelling-Workshops und Masterclasses reingedrückt bekommt als Werbung bis zum geht nicht mehr?
Hast du das auch?
Als Werbung ja. Also ich finde es ja auch immer faszinierend, dass diese Algorithmen offensichtlich glauben,
dass wenn man einmal was angeklickt hat, dass man dann alles zu dem Thema haben will,
das ist nur noch untertroffen von dem Amazon-Algorithmus, der einem nachdem man Produkt A gekauft hat Produkt A in 27 verschiedenen Varianten vorschlägt,
wo ich so denke, so... So how? Also why?
Ich habe auch irgendwie nur grob recherchiert. Ich wollte nichts davon, das heißt nur so...
Storytelling, also diese ganzen Workshops und sowas, das läuft so an mir vorbei.
Ich würde mich glaube ich auch niemals aktiv für sowas anmelden.
Jetzt gar nicht, weil ich irgendwie grundsätzlich denke, dass das alles totaler Mist ist oder sowas, sondern es ist einfach nicht...
So funktioniere ich nicht. Also ich würde niemals zu irgendwas wie einer Fortbildung gehen oder sowas,
sondern ich laufe lieber mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und höre irgendwie Podcasts und Radiosendungen und sonstige Sachen
und lese komplett genrefremde Sachen für mich und versuche darin irgendwie mehr zu finden,
als dass ich jetzt irgendwie so jetzt nochmal... Also ich habe auch Germanistik und Englistik studiert.
Ich möchte jetzt nicht nochmal die Heldenreise erklärt bekommen und all das. Ich glaube darauf wolltest du hinaus, ne?
Ja, ich kann es verstehen, das kann ich gerade mal sehen.
Ich habe nicht Germanistik und Englistik studiert und möchte die Heldenreise nicht noch einmal erklärt bekommen.
Also ich verstehe, dass das für viele Leute neu und überraschend ist, aber das ist ja auch völlig in Ordnung.
Also gewisse Dinge muss man ja auch immer wieder sagen, damit das auch da ist, was da Sache ist.
Aber du holst Inspiration tatsächlich eher so off beside the road sozusagen.
Ja, also ich finde, gerade Kreativität, aber es muss ja nicht nur Kreativität sein.
Das ist ja was, was irgendwie überall ist und auch Ingenieurswissenschaften sind ja Kreativität oder
anders gesagt Kunstschaffende sind ja quasi Ingenieure ohne Mathematik.
Ich finde es zum Beispiel faszinierend irgendwie so Automatisierung, also jetzt wirklich so in so einem industriellen Sinne.
So wie kannst du automatisieren? Wie kannst du Workflows, ist jetzt auch wieder so ein scheiß Begriff, aber so wie kannst du...
Ganz platzes Beispiel, so Weihnachtsplätzchen backen. Wir backen seit zehn Jahren Weihnachtsplätzchen.
Dieses Mal haben wir endlich gecheckt, ich weiß nicht, wie oft du Weihnachtsplätzchen packst, aber je nachdem,
je nachdem, wie der Teig beschaffen ist, ist es halt wahnsinnig schwierig, wenn du den ausgestochen hast und
quasi der Rohling des Plätzchens auf der Tischplatte liegt, diesen dann fehlerfrei aufs Backpapier zu bekommen,
ohne dass er auseinanderfällt und sowas. Nach zehn Jahren Plätzchen backen mit einem Kind sind wir auf die Idee gekommen,
wir rollen den Teig auf dem Backpapier aus, drücken da die Plätzchenform rein, nehmen den überzähligen
Teig am Rand weg und haben dann die fertig ausgestochenen Plätzchen auf dem Backpapier,
dass wir dann aufs Blech ziehen können, um es in den Ofen zu schieben.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mit meiner Oma Plätzchen gebacken habe, aber den, heck, den kenne ich seit meiner Kindheit.
Ja guck, mir hätte das nie jemand beigebracht.
Deswegen schrunzelt ich gerade währenddessen schon die Stirn dazu, das erste und ich so, oh, das macht nichts.
Das ist nicht schön, die Idee, aber krass.
Da kommt es dann auch auf die Oma an, so klar, bei jedem Thema sowas hat man gelernt.
Ja, genau.
So klebst du die Plastiktüte unter das Bohrloch, wenn du in die Wand.
Ja, lieber den Staubsauger jetzt anmachen, als hinterher durch die ganze Rute saugen müssen.
Das ist ein gutes Beispiel für das, was ich gerne meine.
Nur weil man selber keinen Bock mehr auf die Heldenreise hat und wahrscheinlich meine Oma nicht mehr hören wollte,
dass man das eigentlich auf dem Backblech macht, also macht das da und dann stanzt das da aus.
Ja, man selber denkt sich auch, bitte nicht schon wieder, bitte nicht schon wieder Marshall McLoone, bitte nicht, bitte nicht.
Da ist das für andere natürlich ein neuer Fakt.
Und jetzt allzu sehr einzusteigen, aber wir hatten gestern nämlich auch beim Spazierengehen die Diskussion,
wo Rebecca aus einem Kundengespräch kam, mit anderen, also aus einem potentiellen Kundengespräch.
Und ich meinte, ich habe die Frage am Anfang nicht verstanden, bis ich dann verstanden habe,
dass das so basal ist, aber für die ein Riesenproblem, was für uns bestellt sich doch gar nicht.
Also, sollen wir jetzt das machen? Das ist keine Frage, das ist eine A, B.
Aber für Leute sind halt bestimmte Dinge völlig neu.
Ich formuliere es mal kurz als Frage, geht dir das denn öfter so, dass man in, also bei mir geht es so,
und deswegen finde ich es jetzt sehr interessant, das von dir zu hören, bei deinem Bereich,
geht es dir öfter so, dass du bei Dingen denkst, ja, das ist doch klar.
Wieso wird jetzt darüber diskutiert? Wieso gibt es da eine Diskussion oder wieso ist das neu für dich?
Also vor allen Dingen bei, wo es keinen großen Altersunterschied gibt.
Also so, ich hasse den Generationbegriff, aber wo man so ungefähr aus der gleichen Ecke kommt
und aus der gleichen Generation, dann so, wie, das neu für dich?
Meinst du jetzt bei Fakten oder bei Herangehensweisen?
Und auch Sachen, oder auch Herangehensweisen, wo man denkt, die kennen, die weiß doch jeder.
Also bei Fakten habe ich relativ früh festgestellt, dass, obwohl ich biologisch Jahrgang 83 bin,
ich medial im Prinzip ja fast zehn Jahre älter bin oder so was, weil meine Eltern mich sehr früh
vor den Fernseher gelassen haben, so, ich habe, weiß nicht, so mit acht, neun Jahren oder so was,
habe ich zack mit Friedrich Kuppersbusch geguckt und solche Sachen oder auch einfach Unterhaltungssendung.
Also, weiß nicht, wenn ich heute irgendwie mit Kolleg*innen spreche, dann habe ich mehr Anknüpfungspunkte
mit denen über 50, Peter Frankenfeld oder Siegfried und Roy, Katharina Valente, also sowas.
Und die Leute, die altersmäßig irgendwie näher bei mir dran sind, so Mitte 30 oder sowas,
gucken uns dann an, so wovon sprecht ihr, weil ich halt einfach auch Sachen, die vor meiner Zeit waren,
sehr intensiv quasi so nachbearbeitet habe in meiner Kindheit.
Also deswegen habe ich schon früh gemerkt, dass biologisches Alter quasi nichts aussagt über gerade,
also ich meine Popkultur, Nerdtum ist dann eh nochmal, also so, wer ist oben so am obersten Siebtel
und weil sie nicht kennt, so, lass eine 90er-Party machen, oh ja, Backstreet Boys, okay, go on.
Und was kommt da drunter? Dafür haben ja andere Leute ganz andere Interessen.
Bei Herangehensweisen, ja doch, merke ich manchmal auch, dass Leute, also ich freue mich immer mehr,
wenn ich bei anderen Leuten lernen kann und sehe, wie man an Sachen rangehen kann, das merke ich mir auch eher,
als wenn Leute mich überraschen mit, sagen wir mal, etwas rumpeligen oder mir sinnlos erscheinenden Herangehensweisen.
Klar, das ist natürlich auch alles höchst individuell, aber man, da ist ja, also, wie soll ich das sagen,
ein geisteswissenschaftliches Studium ist ja oft einfach auch das Rüstzeug einem über sehr viele Semester beibringen,
was man dann nach für andere Dinge braucht. Exakt. So, ne, ist ja so quasi die Definition eines geisteswissenschaftlichen Studiums.
Du weißt, wie du recherchierst, du weißt, dass Informationen verkettet sind, dass es nicht die eine Wahrheit gibt,
auch nur weil es in einem Einbuch steht, ne, es gibt viele Sachen und du musst viele Aspekte erst berücksichtigen,
bevor du es filtern kannst. So. Und das stelle ich halt immer so ein bisschen fest, dass ich denke, das ist so ein Rüstzeug,
das haben die meisten Leute mit aus der Schule schon genommen, egal welchen Schulzweig man besucht hat.
Dass es nicht um die Fakten geht, sondern um die Suche nach den Fakten und nicht die Interpretation, die Zusammenstellung so
und das Exerpt daraus und das in eine logische, für dich sinnvolle, präsentable Weise zu so, ne, dazu bringen.
Und da bin ich immer wieder überrascht, dass viele Leute, die mit denen ich dann, ne, öfter mal Leute mit denen ich zu tun habe,
die aus dem gleichen Sektor kommen, so dann sagen, wieso, ich gucke mir immer die eine Quelle an, das ist doch super,
da steht doch immer alles. Äh, bitte nicht, das geht nicht, das kann man nicht machen. So, ne, also T3N hat das gesagt.
Ja, aber guck mal, T3N hat auch jemand, der gerade keine Lust auf den Artikel hatte, nur das schlecht zusammengefasst,
was in der Wired stand oder in der Technology oder irgendwas in der Studie, weil die den Artikel raushauen wollten.
Das ist nicht richtig zusammengefasst. Das kann ich hier sagen, weil ich den Artikel letzte Woche leider gelesen habe.
Es gibt inzwischen wirklich bei, also jedes Mal, wenn ich irgendwo auf Social Media das Ergebnis einer Studie präsentiert bekomme,
und also Social Media, so ne Kachel bei Instagram ist natürlich nochmal die maximale Verdichtung, so.
Ja, mir mal.
Jedes Mal, wenn ich dann irgendwie so sehe, so Studia, das und das, wenn es mich ein bisschen interessiert oder ich sehr, sehr skeptisch bin,
dann werfe ich erstmal Google an und suche mir die Studie raus und gucke zumindest mal das abstract mir an,
was steht da drin und versuche dann irgendwie so, also wenn ich jetzt wirklich da so ein bisschen reinarbeiten möchte,
weil ich das Gespräch mitführen möchte oder einfach denke so, das kann nicht sein und gucke ich mir das an und stelle fest, aha, interessant.
So, es steht aber auch das und das in der Studie und das und natürlich die Studie ist dann zusammengefasst in dem abstract.
Das wird dann gegeben an die Pressestelle der Uni. Die Pressestelle komprimiert das nochmal anders.
Dann geht es an die Medien, die missverstehen das vielleicht auch, klar, wenn du eine Pressemitteilung bekommst, guckst du dir nicht noch automatisch die Studie an und so was.
Klar, ich sehe dann auch die ganzen Wege, die das durchläuft, weil ich das ja auch in meiner Arbeit entweder selber merke in Redaktion
oder halt beim Bildblog auch wirklich, das war das Schöne beim Bildblog, wie man so lernen konnte, wo andernorts Fehlerketten passieren.
Man lernt ja am besten aus den Fehlern anderer und das kannst du halt beim Bildblog, wenn du dann anderen Medien helfen konntest,
ihre eigenen Fehlerkette zu rekonstruieren, da lernt man ja auch was draus.
Und es gibt aber auch wahnsinnig viele Menschen, die dann einfach nur dieses eine Sharepick von Instagram als Quelle wahrgenommen haben
und das dann aber so erzählen, als ob sie irgendwie mehr darüber wüssten.
Ja gut, Fact Toys, Stichwort Fact Toys. Ja ja, aber genau so was meine ich nämlich, weil du dich ja auch beim Bildblog sozusagen mehr engagiert hast als Leiter.
Deswegen kam ich auch so ein bisschen drauf, weil mir fällt es genau bei dem Punkt nämlich auch so ein bisschen mehr bei uns im Job halt auf.
Klar, wie gesagt, bist du 2002 geboren? Wir hatten das letzte Woche jemand bei uns
und ich redete so oft über so Mobilfunk und alles, und sie guckte mich mit großen Augen an und meinte so, das war mein Geburtsjahr, das weißt du schon.
Ja, das stimmt. Dann lasse Opa mal weiter vom Krieg erzählen.
Also gerade in unseren Bereichen ist es natürlich auch noch so, dass sich die Sachen geisteskrank schnell verändert haben.
Das ist so schnell irgendwann gewesen. Das, was für mich in den 30ern normal war, ist heute schon so, ich muss drüber nachdenken,
was das wirklich ein Ding war und ob das nicht vielleicht war, als ich in der Pubertät war.
Deswegen, da kann man niemanden Vorwurf draus machen oder irgendwas, das ist der normale Age Gap plus diese wahnsinnige Beschleunigung, die man jetzt gerade einfach so hatte.
Ich sag mal so, aber trotzdem so Rüstzeug, so Handwerkszeug, das hat, also nicht Handwerkszeug, aber so eine Ausstattung für sowas, die hat sich ja nicht geändert.
So, die ist ja eigentlich…
Ja, klar, die sollte eigentlich da sein und da ist es dann auch manchmal irgendwie schwierig.
Da hab ich jetzt auf Social Media eine Zusammenfassung, also eine Überschrift von gelesen, dass tatsächlich Gen Zs und Boomer zum Beispiel eine ähnlich schlechte Kompetenz haben, was Quellen angeht angeblich.
Die selbe, ich hab auch nur die Headline gelesen, das ist bei mir tatsächlich in dem Newsletter drin als Link, ob ich das mal recherchieren will, weil das ist schon interessant und das ist auch tatsächlich für Konzeptionen jetzt in meinem Job et cetera, das ist schon interessant.
Es gibt so ein paar Sachen, die sind wirklich, da unterscheiden sich die, wie gesagt, ich mag den Generationenbegriff eigentlich gar nicht, aber als grobe Einteilung völlig in Ordnung.
Aber das ist dann wirklich so, wo auch Gen X manchmal mehr mit Gen Alpha zu tun hat, also meine Generation, das ist so ganz verrückt, was so bestimmte Dinge angeht.
Was zum Beispiel die Kompetenz-AI-Sachen zu erkennen, Bilder, ist irgendwie da genauso hoch wie dann drei Generationen davor, dann wiederum bei den anderen gar nicht, obwohl die sich nur zweigen.
Das ist wirklich, auch das ist immer grob, aber man muss ja mal gucken, welche Studie. Ich glaube, man läuft auch, also jetzt hier kurzer wissenschaftlicher Exkurs, man läuft dann auch sozusagen Gefahr.
Ich glaube, in der eigenen Generation kennt man die meisten Leute, die in ähnlichen Bereichen arbeiten und die Gen Alpha-Menschen, die du kennst, sind ja jetzt maximal 14 Jahre alt. Die haben ja noch gar keinen Job.
Und in der Elterngeneration kennt man meistens so die Freunde der Eltern von früher, die vielleicht ganz, ganz andere Jobs haben als die Eltern und auch als man selbst. Und dadurch hat man, glaube ich, immer so eine...
Deswegen neigt man, glaube ich, dazu, die eigene Generation sozusagen mehr zu nivellieren, weil man so viele Leute im beruflichen Umfeld hat, die ähnlich arbeiten.
Das ist dann der interessante Punkt, wenn man Kinder hat und die in den Kindergarten gehen und in die Schule und man so andere Eltern kennenlernt mit so ganz anderen Hintergründen.
Das ist, das fand ich, war so einer der spannendsten Nebenaspekte davon, Vater zu sein, plötzlich Menschen aus der eigenen Generation kennenzulernen, die eine komplett andere Geschichte haben und komplett andere Sachen machen.
Weil das hast du ja in der Schule so bis zum Abi, wobei du da ja schon eher mit den Leuten rumhängst, die ähnliche Interessen haben und dann Studium ist dann halt fachlich ähnlich, wie man selbst in der Regel, wenn man nicht sehr oft das Studienfach wechselt.
Fachlich ist das voll die Blase. Du kannst es natürlich so machen und ziehst auch genau in das Viertel, wo alle wohnen, dann hast du dieses Elternproblem übrigens nicht. Das kann ich dir aus Erfahrung von vielen meiner Freunden sagen, dann hast du es nicht. Du lernst einfach Leute kennen, die du vor 20 Jahren auf dem selben Konzert oder im selben Medienhaus gearbeitet haben, die jetzt auch Kinder haben und Spielplatz dann kennen.
Du musst nur ins richtige Viertel ziehen. Hab ich gehört. Deswegen, nein, aber das stimme ich dir natürlich voll zu, deswegen meine Generation Gen X ist eher als die Slacker-Generation verschrieben und natürlich, weil ich aus der im weitesten Sinne Medien, Design, was auch immer umfällt, komme, ist die Slacker-Dichte in meiner sehr hoch.
Die irgendwie geartete Nerd, die wie auch immer, ich habe 48 Semester studiert und habe überhaupt nichts davon gemacht, sondern arbeite jetzt als Produktmanager bei, keine Ahnung, was iglu oder so.
Während allerdings die komplette Journalistenbranche das über das Zeitmagazin definiert als die Generation Golf und ich so, wer will denn in den Golf fahren? Das hat die Leute, die ihr kannte, die Jura schon, keine Ahnung, das waren nicht meine Leute.
Und in Amerika wird das ja auch voll als die Slacker-Boomer, also Kinder der Boomer und vielleicht, die sehen sogar sogar vieles davon eher als Yapis, als Yapikultur, so ein bisschen wäre dann die Generation Golf, aber dominierend, aber auch da dominierend ist meine Vermutung, da viele von denen auch natürlich in Redaktionen und Medienlandschaft gelandet sind.
Verwurschteln sie ihre eigene Herkunft und setzen die als Absolut ihrer Adoleszenz für Slacker. Würde ich jetzt machen. In Deutschland ist das kein Ding, brauchst du niemandem mitzukommen, also.
Du hast eigentlich recht und gleichzeitig ist meine Wahrnehmung von Generation X natürlich auch Slacker und Menschen in Medien berufen, weil das sind die Leute, die ich kenne aus der Generation.
Und meine Wahrnehmung ist natürlich auch wahnsinnig stark geprägt von vor allem amerikanischer Popkultur und amerikanischen Medien.
So das kommt ja auch noch hinzu jetzt, wo du alles lesen, hören, gucken kannst, dass noch nicht mal der physische Ort, an dem du dich befindest und das Land, in dem du aufwächst und dessen Staatsbürgerschaft du hast jetzt zwingend.
Also es war nie zwingend, aber es ist jetzt noch mal sehr viel offener. Du kannst in Deutschland aufgewachsen sein. Du musst noch nicht einmal in die USA gereist haben, sondern guckst einfach nur amerikanisches Fernsehen und liest da die Medien und dann bist du komplett anders sozialisiert und hast auch einen komplett anderen Blick auf die Welt.
Wobei gleichzeitig natürlich, wenn du jetzt in die USA reisen würdest und im falschen Staat oder auch nur in der falschen Stadtlande überrascht wärst.
Also ich weiß noch, wie verwirrt ich war, als unser Englischlehrer mir mal erzählt hat, dass in den USA Religion sehr wichtig ist.
Und ich dachte so, hä, aber so in allen Filmserien, die ich gucke und sowas, so Ostküste, Westküste, so Religion spielt keine Rolle.
Ja, aber dazwischen sind halt auch noch mal 4500 Kilometer Land.
Ja, das ist deswegen ist es glaube ich wichtig und sehr wichtig mit Leuten außerhalb seiner eigenen nicht nur Generation.
Ich glaube, deswegen bin ich dann auch kein Fan von diesen Generationen begriffen.
Ich weiß, dass andere Leute völlig anders sind, dass er einen dafür.
Ich habe ursprünglich mal auch ein paar Semester Soziologie studiert.
Ich kann schon was mit Milieus anfangen und weiß, dass Milieus vielleicht entscheidender sind als Generationen.
So aus Marketing Sicht sind Generationen und Milieus leider wichtig.
Ja, schwierig, dass man sie aber einzukriegen.
Aber es ist tatsächlich eher das Milieu.
Und wir haben natürlich in Deutschland großes Problem mit oder auch wirklich ein großes Problem mit Herkunft.
Das da und kultureller Intelligenz ist halt einfach so.
Was meine ich sagen, der Generationenbegriff, das Problem noch verschärft, wenn man das weiter noch als Absolutum nimmt.
Ohne jetzt als Gesellschaftsphilosophie zu haben.
Aber ich glaube, das verschärft das Problem noch, weil man sich darauf konzentriert.
Aber das andere dann sagt, so keine Rolle.
Also die sind doch alle so.
Also jetzt sind die nicht alle so, schon mal gar nicht.
Und deswegen finde ich es wichtig, da rauszugehen und sich an der Theke mit irgendjemandem zu unterhalten.
Und hör dir seine Sachen an.
Keine Ahnung, klar, wenn man älter ist, landet man in verschiedenen Berufen.
Ich habe auch Freunde, die arbeiten im Werk im Dreischichtsystem.
Und wenn du mit denen über Corona geredet hast, haben die eine völlig andere Meinung dazu.
Als wir die sagen konnten, wir machen von heute auf morgen remote.
Ja, das ist schön, aber nee, das war eure Welt, nicht meine.
Die war dreischichtbetrieben.
Übrigens, unsere Produktionsleiter und unsere Manager mussten auch da sein, weil wir in der Produktion sind.
Selbst die konnten nicht von zu Hause irgendwas machen.
So die Lohnbuchhaltung vielleicht, aber alle anderen nicht.
Und das ist alleine sowas schon.
Ich fand es schon immer wichtig, das zu machen.
Und ich meine, wie wichtig ist das für dich als Autor auch halt?
Also ich will jetzt keine Antwort in den Mund legen, aber ich stelle mir vor, dass das für dich sehr wichtig ist,
verschiedene Sichtweisen auf Dinge zu sehen und mitzubekommen, um eine Geschichte auch zu erzählen.
Ja, unbedingt. Also ich finde es schon, also das ist jetzt so rein persönliches Interesse,
aber ich finde es schon total toll, irgendwie so Menschen in der Straßenbahn oder irgendwie an der Supermarktkasse oder sowas,
denen so ein bisschen zuzugucken, denen zuzuhören.
Ich liebe auch die Dialoge, die sich an so Supermarktkassen entspinnen und sowas.
Also klar, die Kölner würden immer sagen, bei ihnen ist der beste Ort, um irgendwie so Geschichten zu hören.
Geschichten, die schreiben nur das Leben in Köln.
Ja, nee, es ist halt überall, also ich vermute, es ist überall, also ich weiß nicht, wie es in Bayern, es gibt sicherlich auch Gegenden,
wo man einfach nur so die Interaktion macht.
Aber so im Ruhrgebiet ist es halt schon so, dass da, sagen wir mal, sehr, sehr, sehr verdichtet
sehr viel Schönes auch stattfinden kann in so kurzen Interaktionen und sowas.
Und das macht mir dann schon Privatfreude und ich sage mal, so besser gelaunt arbeitet es sich ja häufig auch besser.
Dem stimme ich zu, um jetzt allzu weit auszuholen, aber etwas länger im Süden zu verbringen
und genau diese täglichen Sachen zu haben an der Supermarktkasse.
Und dann gehe ich hier genau zweimal einkaufen und denke mir zweimal, okay, wenn ich Hallo sage, kann es auch Hallo sagen.
Kein Problem. Also ich weiß und übrigens, ich weiß, bei Social Media kommt dann immer das Argument,
ja, die werden ja auch scheiße bezahlt oder irgendwas oder sonst was.
Wir hatten gestern das Ding, da meinte ich, wie meine Oma immer so schön gesagt hat, ein Hallo kostet nichts. Danke auch nicht.
So, das ist irgendwie, warte mal, irgendwas ist ja gerade aufgegangen und ich habe keine Ahnung warum.
So, verdeckte gerade großflächig irgendwas. Keine Ahnung, was das weiter.
Ich mag nämlich auch genau diese Gespräche, diese Seitendinger, diese Fetzen, wo ich mich da manchmal frage, worum ging es da jetzt?
Du kriegst so zwei Sätze mit, außer Leute gehen vorbei, erzählen irgendwas oder gestern Nacht kamen uns alle entgegen
und wir offensichtlich waren sehr erzürnt über, ich glaube, das war das Ende einer Beziehung, was wir da eine Seite gehört haben.
Und er sagte halt Sätze und kriegte auch die Rede, weil er so sauer war, die Redewendungen nicht mehr richtig raus.
Und ich so, hat er gerade gesagt, dann geht's, nee, das geht mir auf den Kragen, hat er das gerade gesagt, weil er halt so, voll gut.
So was mag ich halt, so, genau, das mag ich schon persönlich und ich denke fast schon als, wenn man versucht, ob vielleicht,
also ich sag's jetzt aus meiner Sicht, ich empfinde deine, auch deine Artikel als sehr oft sehr persönlich,
du lässt vieles Persönliche einfließen, aber auch verknüpft mit Beobachtungen, also intrinsisch und extrinsisch.
Verknüpft mit extrinsischen Sachen und machst etwas nicht oft, was ich bei vielen Artikeln immer beobachte,
so diese Klammer, diese Storytelling-Klammer, das machst du halt nicht.
Du steigst halt mit so einer persönlichen Sache ein, aber greifst die oft genug am Ende auch nicht mehr auf,
sondern verwandelst die in was Allgemeines, das finde ich hochspannend.
Das stimmt, das ist, jetzt wo du es sagst, das ist richtig, das liegt, also ich würde sagen zwei Sachen so.
Das eine ist, dass mir, da ist dann wieder so dieses Workshop-mäßige Storytelling so, du musst,
wenn du es am Anfang angefangen hast, musst du es hinten auflösen.
Genau.
Ja, das wollen wir doch mal sehen, ob ich das muss.
Genau.
Zum anderen ist, wenn ich Texte schreibe, ist das ganz oft, ich habe dann hier einen Absatz und da einen Absatz und da einen Absatz,
und bevor ich das veröffentliche, schiebe ich die Absätze hin und her,
weil die sind so geschrieben inhaltlich wie sprachlich, dass im Prinzip ungefähr jede Reihenfolge zumindest für mich Sinn ergeben würde.
Und dann, manchmal versuche ich dann mit Hilfe von einzelnen Konjugationen irgendwie eine Brücke zu bauen,
die dann auch, wo ich dann mich selber kurz dafür feiere, dass es total überraschend ist,
weil es ist eigentlich trotzdem, okay.
Immer schön den, ne?
Ja, das muss man ja auch sagen.
Also ich finde, wenn man, also um zu erkennen, dass man schlechte Arbeit macht, muss man ja wissen, wie man gute Arbeit macht.
Und ab einem bestimmten Punkt ist dann auch, wenn man gute Arbeit macht, ich weiß, es ist so in Deutschland gerade so ein Thema,
so die Bescheidenheit und sowas und irgendwie immer Licht unter den Schäfel stellen und sowas,
aber natürlich weiß ich, dass ich das ganz gut kann, sonst würde ich es ja auch nicht machen.
Und so meine Hauptmotivation, irgendwas zu machen, ist eigentlich eh immer das zu machen, was ich selber gerne konsumieren würde.
Also so schreibe ich Texte, so suche ich mir Themen aus, so mache ich auch, habe ich immer, wenn ich Musik gemacht habe oder sowas, habe ich das gemacht.
Und ehrlich gesagt, wenn man dann über sich selber sagen kann, oder habe ich mich jetzt aber selber überrascht,
ganz toll finde ich, irgendwie alte Texte von mir zu lesen, also die können jetzt irgendwie ein Jahr alt sein oder 15 oder sowas,
und dann festzustellen, dann nochmal selber zu lachen über die eigenen Formulierungen oder sowas, dann denke ich, das muss ja offen.
Ja, manchmal auch aus Scham, aber häufig halt einfach selber überrascht zu sein, was man selber mal gedacht und geschrieben hat.
Und da kann man doch dann auch stolz drauf sein, das ist ja auch, also wenn du einen guten Tisch zimmerst oder einen guten Schrank,
so natürlich bist du da stolz drauf, wenn das Ding drei Generationen hält.
Also wenn du dann irgendwie noch so mitbekommst, so die Enkelkinder schleppen jetzt den Tisch raus, so das kann man doch auch bei anderen Sachen sein.
Tatsächlich zieht sich auch das wie ein roter Faden so ein bisschen durch alle Gespräche, weil gerade visuelle Kreative neigen halt dazu,
die Sachen nach ein, zwei, drei, vier Wochen, wenn sie sich nochmal angucken und das ist nämlich ganz schlecht,
das dann zu machen, wenn das im Laufe des Projektes ist, dann fallen Projektstunden an, die der Kunde nicht mehr bezahlt,
weil du einfach sagst, ne da, also ich könnte jetzt noch zwei Prozent, dann wäre es, ich habe aber gestern was gesehen,
so ne, also so Sachen, das haben halt visuelle Kreative anscheinend sehr oft, also es geht nicht nur mir so,
was ein Projektkiller sein kann, Budget, also Budget, Geldbudgetkiller und Sachen nutzen sich bei uns schneller ab.
Das ist glaube ich auch einfach so ein Ding. Ich finde es gerade spannend, dass du sagst, als Autor ist es was,
wo du auch nach drei Jahren oder nach zehn Jahren dir einen alten Blogbeitrag oder einen alten Artikel und sagst so,
oh ganz gute Formulierung, ganz gut gemacht, finde ich heute noch witzig, das finde ich gut.
Es sind aber auch, es sind natürlich auch viele Sachen dabei, also unser Blog wird jetzt im Februar 18
und wir planen so ein bisschen kleine Coming of Age Party und so was, da gucke ich jetzt wirklich mal so in die ganz alten Sachen rein
und es sind da aber auch Sachen bei, also so die allerersten Beiträge, wo ich so denke, ok, also so sähe es aus,
wenn man eine KI mit Max Gold Texten füttern würde und sagen würde, jetzt schreib mir mal das Destillat,
aber es ist ja auch schön, dass ich das alleine ohne Technik hinbekommen habe,
also natürlich ist da auch ganz, ganz viel Wegwerfzeugs, auch Gedanken, Positionen, wo ich so denke,
ob ich den Eintrag vielleicht besser auf Archivieren stelle oder so, aber du hast doch bestimmt auch irgendwie so grafische Sachen,
wo du, also ich glaube so der mittlere Zeitraum ist tatsächlich doof, also das habe ich auch beim Buchschreiben festgestellt,
wenn du so mehrere Monate hast und dann noch so eine Deadline, die nicht so ganz massiv ist,
dann fängst du an und sagst so, ja, wenn hier nochmal ein anderes Wort und dann kommt das nochmal vom Lektorat zurück
und du denkst, ah ja, aber wenn hier den da noch einen anderen Begriff, so das ist, ich fürchte, das ist auch das,
was du mittlerweile sehr viel in der Musik hast, weil du ja alles digital machst und von zu Hause vieles machen kannst,
das heißt, du hast nicht mehr diesen Druck im Studio, so die Beatles haben ihre ersten Alben in vier Tagen aufgenommen,
du hast jetzt sehr viel mehr Zeit und dann kannst du sagen, wir können es nochmal anders machen und dann verliert es sich irgendwann.
Mehr macht nicht besser, wir hatten das tatsächlich gestern, dass man einfach auch als Kreativer sozusagen
die letzten zehn bis fünf Prozent einfach auch ignorieren muss, wo man denkt, da könnte jetzt,
wenn ich da jetzt nochmal rangehe, könnte ich noch einfach ignorieren.
100 Prozent sind ja auch für alle was ganz anderes, also wenn man selber versucht, 100 Prozent zu erreichen,
also ich meine, klar gibt es bestimmt Kunden, die auch einen Anspruch haben, der vielleicht sogar 120 Prozent ist,
weil sie einfach keine Ahnung haben, so wie man es machen würde und es gibt aber auch glaube ich ganz viele Leute,
die sind schon früher beeindruckt und gerade das, was ich so höre von Leuten, die halt viel mit Kunden zu tun haben
und sowas ist ja auch, dass der Kunde gerne immer nochmal was sagen möchte am Ende,
deswegen lässt du irgendwas so ein bisschen unsauber drin im Schnitt oder in der Mischung oder in der Grafik,
wo du selber schon weißt, eigentlich hätte ich selber rausgenommen, aber ich lasse es mal drin,
damit der Kunde das anmerken kann und dann hat der Kunde was gesagt und dann ist der Rest auch abgenommen.
Das ist schön, dass du jetzt gerade hier im Brunsch ein Geheimnis ausplappst.
Das weiß doch jeder.
Natürlich weiß das jeder, das ist halt wirklich, natürlich lässt man nicht absichtlich,
aber manchmal sind da so ein paar Sachen, wo man weiß, hey das ist nicht ganz gut oder so.
Ja, von mir selber würde ich behaupten, wir machen es nicht oder ich mache es nicht,
aber ich fürchte es passiert einem von sich aus, also meistens auch wegen Deadlines halt auch,
muss man auch sagen, ist Deadlines und Feedback für dich ein Problem, wo wir jetzt gerade dabei sind,
so dass du halt sagst, jetzt muss ich das fertig kriegen, ja, das ist nicht ganz perfekt, ich gebe es mal ab,
da wird was kommen oder der andere Fall, du bist voll begeistert und es kommt halt zurück so,
Lukas, weißt du selber, das war jetzt nicht das, was wir wollten oder die Länge oder irgendwas.
Ich habe so eine ganz schreckliche David Foster Wallace Angewohnheit, einfach viel zu viel Text abzugeben
und meistens mit den Worten könnt ihr ja kürzen.
Ah, habe ich gerade den Westendes gestochen.
Das ist natürlich, also klar, wenn du es quasi gelernt hast im Blog, wo ja nach unten offen ist
und dann sagt die Zeitung, ja, also wir könnten jetzt 8.000 Zeichen,
rechts ist im Kopf immer so 10% drauf und das müsste ja auch noch passen,
da ist ja viel Weißraum auf der Seite und dann kommt irgendwann so, ja, also wir knallen jetzt wirklich an die Grenzen.
Ich habe einmal einen Text geschrieben für JWD, also dieses Jogo-Winterscheid-Magazin, das es eine Zeit lang gab.
Stimmt, dafür hast du ja auch geschrieben.
Fällt mir jetzt einer, für dich habe ich auch geschrieben.
Da bin ich mit meinem Sohn Straßenbahnen gefahren von Bochum nach Dienstlaken, wo ich aufgewachsen bin
und hab halt, also mein Sohn ist riesen Straßenbahnfan und das geht halt, das sind zusammenhängende,
also man muss ein paar Mal umsteigen, aber es sind zusammenhängende Linien.
Ich hatte ihm das immer versprochen und wir haben das dann gemacht,
damit ich eine Reportage schreiben konnte übers Ruhrgebiet zum Anlass irgendwie die letzte Zeche schließt.
Und weil meine Familie ist halt so Bergbautradition, mein Urgroßvater war generalbevollmächtigter von Tissengas und so was,
also meine Oma auch aufgewachsen in so wirklich hochbürgerlichen Verhältnissen und so was.
Bergbau war immer ein Thema und Ruhrgebiet ist eh natürlich meine Heimat und mein Thema.
Und ich wollte jetzt diese Reportage schreiben, also Außenhandlung, Straßenbahnfahren,
Binnenhandlung, Ruhrgebietsgeschichte, Familiengeschichte und so was.
Und hab das geschrieben und geschrieben und hab mit meinem Redakteur telefoniert und der meinte so,
ja, guck mal, das ist irgendwie so bei, weiß ich nicht, so 15.000 Zeichen kriegen wir noch ins Heft.
Ich weiß gar nicht, wie viel es dann am Ende waren, aber sie haben es dann ein Heft geschoben
und dann haben sie festgestellt, sie kriegen es wirklich nicht gedruckt.
Und dann haben sie, schnell ist es wirklich, wir behaupten immer, wir waren die Ersten in Deutschland,
die es gemacht haben, dieser Text wird dann halt immer kleiner im Heft.
Und wir haben diese Buchstaben immer kleiner werden lassen und stand einfach nur noch unten drin,
wenn ihr weiterlesen wollt, geht auf diese URL, weil einfach der Text zu lang war, um ihn im Print zu drucken.
Ja, gut, ich mein, klar, das weiß ich jetzt aus eigener Erfahrung,
dass wenn die Anzeigenabteilung nicht genügend Anzeigen verkauft hat,
dann gibt es nicht genügend Seiten, auf denen man noch Text machen kann.
Also auf der anderen Seite oder da drüber oder da drunter, das hat leider auch immer ein Problem.
Hätte ich jetzt gedacht, dass bei dem Winterscheid-Joko-Magazin das nicht so ein Problem gewesen wäre.
Da war tatsächlich, glaube ich, eher das Problem, dass man zu viele Anzeigen hatte
und nicht mehr so viel Text im Heft unterbekommen.
Hätte ich jetzt auch gedacht, da ist doch wahrscheinlich jeder aufgeschwungen.
Ja, die andere Frage war die nach Deadlines und ich sage das immer und das glaubt mir nie jemand.
Aber ich habe es geschafft, sehr früh in meinem Leben mein Gehirn auf eigene Deadlines zu programmieren.
Das heißt, wenn ich weiß, ich muss Freitag abgeben, sage ich mir, ich muss ja Donnerstag fertig sein.
Und das funktioniert in aller Regel.
Damit habe ich immer einen Puffer und das funktioniert eigentlich immer.
Ich kann mich selber austricksen.
Es ist offensichtlich, ich habe ja gewisse Schizophrenie-Anlagen eh in mir,
wenn ich über meine eigenen Witze lachen kann drei Jahre später.
Vielleicht kann ich mich auch einfach selber austricksen.
Du scheinst dich austricksen zu, also ich kann es nicht.
Das Einzige, was bei mir hilft, ist, ich muss mir die Wecke anders setzen oder die Erinnerungen.
Dann habe ich es aus meinem Gehirn verbannt.
Das habe ich mir dann nicht mehr gemerkt und dann klappt das.
Ich kann mir aber eh ganz schlecht Daten und Urzeiten merken.
Das ist, glaube ich, auch so eine Familienkrankheit, habe ich den einen oder anderen.
Deswegen, wenn ich das externalisiere sozusagen und abgebe, dann klappt das immer richtig gut.
Aber mit Deadlines, das ist ein guter Trick.
Aber ich verstehe auch, dass das nicht für alle funktioniert.
Da sind auch Gehirne sehr unterschiedlich.
Ich habe eh offensichtlich ein Gehirn, also sowas auch Datenmärken angeht.
Ich habe ein Gehirn der Kategorie "das besondere Gehirn".
Meine Eltern fragen mich auch immer, "Lukas, wann waren wir denn da und da und wer war da und da dabei?"
Das habe ich nicht so visualisieren müsste.
Das sind dann wirklich so leuchtende Bäume, wie Tag Clouds oder sowas, die sich dreidimensional bewegen.
Dann weiß ich halt, wir waren an diesem Ort und die und die Person war dabei.
Der Song, der gerade groß immer im Radio lief, war das und das.
Und das bestimmende mediale und historische Thema war das und das.
Bezugswäume quasi.
Und dann kriege ich das so trianguliert, dass ich das bei den meisten Sachen relativ gut eingrenzen kann.
Ich würde fast behaupten, das ist bei sehr vielen kreativen Menschen so, dass das genauso Erinnerung aufgerufen werden kann,
weil Bezüge auch so im...
Also ich glaube, entweder hat man den Job so ausgesucht, weil das Gehirn schon so angelegt ist, oder das Gehirn ist so trainiert.
Also es geht mir nicht anders.
Und auch das zieht sich ein wenig wie ein roter Faden da durch.
So durch alle Talks, dass alle sagen, ich habe so ein Cluster aus Sachen.
So, das ist nicht da und dann kommt das, es ist kein Trichter.
Das ist nicht alles rein und unten kommt das raus.
Und dann ist so, manchmal nehme ich eine Abzwang und dann denke ich, was war da?
Ach ja, stimmt, deswegen bist du ja aufgekommen.
Das zieht, glaube, das zieht sich so, das geht vielen visuell kreativen glaube ich sowieso,
weil man sich einfach denkt, ich kann mir viel einfacher Sachen visualisieren als aktiv Daten erinnern.
Und leite Daten genau daraus dann ab, im Sinne von Moment, mir fehlt noch die eine Information aus Wikipedia,
dann kann ich dir sagen, wann das war.
Nämlich wann die Platte rausgekommen ist, exakt.
Craig Finn von The Whole Study hat einen Podcast "That's How I Remember It", da hat er auch Kreative, also überwiegend Musiker*innen zu Gast.
Und die Einstiegsfrage ist immer, ob die Leute von sich selbst sagen würden, dass sie ein gutes Gedächtnis haben.
Und die Antwort ist entweder ja absolut oder nein, gar nicht.
Und die Anschlussfrage ist dann meistens, ob sie quasi Erinnerungen und so Zeiträume und sowas mit Musik assoziieren,
beziehungsweise umgekehrt, ob sie Musik mit Jahreszeiten assoziieren.
Meistens ja dann Erscheinungsdaten, also die Platte kam da und da raus und dann.
Und das ist hochspannend, weil natürlich die meisten Menschen, die irgendwas mit Musik machen,
haben dann auch eine sehr, sehr enge Verbindung zu der Zeit, wo eine Platte rauskam oder wo sie die für sich entdeckt haben oder sowas.
Und das ist dann miteinander verknüpft.
Ich glaube, ja, übrigens spannender Podcast, den muss ich mir sofort auch beablegen.
Ich hab's schon heute hier. Ist wirklich spannend.
Ja, das... Ich mir erinnere gerade so ein bisschen rum, weil meine rechte Gehirnhälfte da, glaube ich, mit meiner Linken diskutiert.
Ich weiß nicht, ob man das immer so... Ich glaube, wenn Leute nämlich sagen, sie haben ein schlechtes Gedächtnis,
dann meinen sie, dass sie vergesslich sind bei alltäglichen Dingen.
Hab ich so ein bisschen rausgekriegt, wenn man mit Leuten redet. Ist meine Erfahrung.
Es ist immer so, ja, aber das ist auch nicht wichtig. Das kann man vergessen.
Wenn du vergisst, ob du die Tür zugemacht hast oder ob du den Müll rausge...
Offensichtlich haben also viele Leute, die sowas machen, nicht relevant.
Das kommt mir oft unter. So, also ich bin sehr organisiert und an anderen Stellen gar nicht.
Da kann ich auch ertragen, dass das ein messerhaften Quatsch ist.
In 90 Prozent der Fällen bin ich entgegen der landläufigen Meinung, dass kreative Menschen nicht organisiert sind, sehr organisiert.
Das macht mich wahnsinnig bis selbst wütend, sozusagen wütend auf mich selber, wenn es dann nicht funktioniert.
Das widerspricht so ein bisschen dieser medialen Inszenierung, ähnlich wie bei der amerikanischen Filmindustrie.
Man denkt, wie glaube ich, was? So, dass das dann immer so, alle kreativ kommen rein, werfen Ideen an die Wand,
dann gehen sie raus und dann, keine Ahnung was, sind sie vergesslich.
Muss ein Assistent hinter denen herlaufen und die Zigarettenasche wegmachen oder so.
Tatsächlich, ich kenne ein paar von solchen Typen, aber gar nicht in der Ausprägung.
Natürlich ist das fiktionalisiert und idealisiert, ist mir alles klar.
Ganz, ganz viele sind nicht so.
Ist ja auch eine Frage, ob man sich das leisten kann einfach.
Also ob man jemanden hat, der sich dann um den ganzen Rest kümmert oder den Assistenten, der hinter einem herraumt und so.
Ja, das stimmt auch wieder. Ja, stimmt, guter Einwurf.
Also deswegen ist auch dieses Beyoncé hat auch nur 24 Stunden am Tag.
Ja, aber die kocht nicht selber, die putzt nicht.
So, dann sind automatisch ein paar Stunden mehr im Tag mit drin.
Ja, ja. Und Stichwort, kochen und einkaufen gehen. Also, dass die jemals nehmen lassen.
So soll ich denn Gespräche belauschen von Leuten. Ja, natürlich.
Nein, nicht belauschen, aber mitbekommen oder so. Nein, finde ich auch.
Also genau sowas. Das ist ja so ein bisschen so eine Frage.
Was würde man machen, wenn man eine Million hätte?
Und ich immer so genau dasselbe, was ich jetzt tue. Nichts anderes.
Ich würde mir vielleicht irgendwas kaufen, was ich schon immer haben wollte.
Aber ich würde um den Alter so, fast auch immer, aber ich würde nichts anders machen als jetzt.
Vielleicht zwei Stunden weniger arbeiten am Tag für andere oder so. Keine Ahnung.
So, dann geht dir das auch so, dass die Frage eher so beantworten würdest oder würdest du die anders beantworten?
Also, wenn ich jetzt sehr viel Geld hätte. Ja, genau.
Wenn jetzt eine Million reicht eh für nix. Sag mal, fünf Millionen.
Wandern morgen auf dein Konto für nix. Was würdest du anders machen?
Ich würde schon aus dieser Mietswohnung hier raus wollen und irgendwie vernünftig, also wie man sich das so wünscht, vernünftig wohnen.
Ich weiß aber auch, dass meine Vorstellung von vernünftig wohnen, also dann auch natürlich medial getriggert, Nordkalifornien und so was.
Dass ich dann gewisse Ansprüche habe und dass ich auch einfach dann jetzt nicht zwingend die fünf Millionen bräuchte und auch mir kein Schloss bauen würde und so was.
Ich hätte halt gerne ein schönes Haus und ich weiß, es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sparen wahnsinnig viel und bauen sich oder kaufen einen reinen Endhaus und sind da glücklich.
Und die sollen da bitte glücklich sein. Das soll halt ein Zuhause für die Kinder sein und so das alles komplett fein.
Und bei mir ist es so, ich bin total glücklich mit dieser Mietswohnung oder ich hätte halt dann gerne ein Haus so nach meinen Ansprüchen und Vorstellungen.
Und das ist nicht protz. Also Geld und Geschmack gehen ja selten Hand in Hand und ich bilde mir halt ein, dass ich dann vielleicht ein bisschen mehr Geschmack und weniger Geld habe.
Und deswegen bräuchte ich aber also so halt für so richtig ein bisschen Platz und freistehendes Haus und so was bräuchte ich halt mehr Geld.
Und das wäre so das Ding. Ich bin aber auch glücklich in der Mietswohnung und ich würde halt nicht irgendwie mich finanziell bis an die Belastungsgrenze treiben,
um eine Eigentumswohnung oder das reinen Endhaus zu haben oder so, sondern ich bleibe dann lieber in meiner 54,5 Meter Mietswohnung
oder habe halt zufällig die 5 Millionen und kann, weiß ich nicht, eine davon in ein solides Haus, also Häuser sind ja inzwischen, das ist ja alles geisteskrank so.
Also wer möchte irgendwie 400, 500.000 in ein reinen Endhaus? Also niemand möchte das, aber viele machen es.
Und sollen sie bitte auch? Ich hoffe, dass sich das irgendwie lohnt und abbezahlt, bis die Kinder aus dem Haus sind oder irgendwie so oder man selber in Rente geht.
Aber dann warte ich lieber auf die Millionen, die ich vielleicht irgendwann noch im Lotto gewinne oder sowas.
Aber du würdest beruflich nichts anders machen?
Nee, ich würde halt weniger, also ich würde weniger für andere arbeiten, so wie du sagst. Also klar, manchmal macht das ja auch,
also häufig macht es ja auch Spaß und es ist ja auch ein Mitteilungsbedürfnis und sowas, aber halt, weiß ich nicht, der Gedanke,
nicht mehr davon abhängig zu sein und Sachen annehmen zu müssen, sondern das ist einfach so, das ist ja das traurige Ding im Kapitalismus,
dass es einfach die finanzielle Freiheit dann mit sich bringt. So und ansonsten, ich würde mir aber auch, keine Ahnung,
ich würde mir keine teuren Autos kaufen oder sowas. Mehrere davon oder so, dann nach Dubai fahren. Sollen sie alle machen, das ist nicht meins.
Genau, aber bei vielen ist ja so, das allererste, das ist ja auch, glaube ich, so ein bisschen das mediale Konstrukt, was man in Filmen halt sieht,
dass es dann als "a few money" bezeichnet wird. Ich gehe rein, sag dem Chef, weißt du was, das war es, kannst du dich mal links, rechts, kreuzweise, ich bin weg.
Das ist ja so ein bisschen das, was dann suggeriert wird.
Das sagt ja aber auch schon wieder viel über unser System und den Kapitalismus aus, dass offensichtlich sehr, sehr viele Menschen in Arbeitsverhältnissen sind,
die sie nicht nur nicht glücklich machen, sondern auch offensichtlich sehr, sehr unglücklich. Und wenn dann der erste Impuls ist, erst mal dem Chef zu sagen, ja.
Also nur eine ganz, ganz kleine Anekdote aus 2010, also so quasi Peak, letzte Wirtschaftskrise, Housing Market, wo wir sind angekommen, Freunde von mir in New York besucht,
stellte sie raus an den Tag, sie hat gerade auch erfahren, dass sie schwanger ist und alles drum und dran, aber auch ihren Job im Marketing verloren.
Drei Monate hat er aber noch eine gute Abfindung bekommen, weil wir wissen alle, das amerikanische Sozialsystem ist jetzt eher gut existent und da geht nicht viel.
Wir waren auch ganz glücklich, dass auch der Health Care Plan noch weiter lief während der Geburt, sowas halt alles.
Und dann waren wir bei irgendeinem Italiener und da gab es schon die Recession Wine Karte. So offiziell, nicht als Gag.
Da war ich schon so, krass hier. Und wir haben bei denen in Queens geschlafen in der Wohnung, die sie hatten und sind jeden Tag halt mit der,
keine Ahnung, welche Linie, aber dann sind wir in Manhattan, Upstate New York, halt immer so ein bisschen rüber, über diese Roosevelt Island heißt es, glaube ich, da vor die drüber.
Da kannst du rechts, links entscheiden, wo du willst gehen. Und wenn wir runter nach Manhattan gefahren sind und dann wieder im Pendelverkehr zurück,
war in jedem Waggon mindestens vier Leute, die leise vor sich hin geweint haben. Die wirklich, liefen die Tränen einfach runter.
Und ich so, wir haben dann abends darüber geredet, ist das, weil die einen Job verloren haben, also wegen Rezession.
Und ich so, du kannst nichts sagen. Und ich so, das ist nicht dein Ernst, die war Leiterin von so einer Marketing Abteilung.
Und ich so, das kann mal, das kann ja vielleicht mal passieren, alle haben einen schlechten Tag und die Situation eskaliert. Täglich oder wöchentlich?
Regelmäßig, ja, also regelmäßig. Was? So und dann diese Corporate Culture, glaube ich, können wir uns in Deutschland überhaupt nicht vorstellen, die da herrscht und auch noch immer herrscht.
Also wie wenig, also klar Work-Life-Balance und da will ich nicht schmälern, auf gar keinen Fall, dass Leute ein Anrecht haben, hier zu sagen, so wollen wir aber nicht mehr arbeiten.
Aber ich glaube, da zwischen dem, was man hier als Belastung wahrnimmt und was da in Amerika, in Corporate America passiert, ist ein noch ein himmelweiter Unterschied, wo auch Gewerkschaften eher Handels-Mobster-Gangs sind und nicht Verdi.
Das ist eine völlig andere Ausnummer da. Die eher protektorierende Zünfte sind als Gewerkschaften. Also Unions sind das nicht unbedingt, was hier Verdi oder wie sie alle heißen sind.
Das ist es nicht so. Nicht, zwar nicht ansatzweise, aber auch nicht. Es ist auch okay, wenn man da so ein bisschen Einblick drin bekommt, dass Leute halt sagen, wenn sie auf Tour sind, oh Gott, wir haben ja einen Gewerkschaftsladen gespielt.
Das heißt halt, dass du nicht mal deinen Verstärker von links da rechts setzen, weil das ist ein Gewerkschaftsladen, das muss jemand machen von der Gewerkschaft.
Das ist auch etwas, was man sich aus deutscher Perspektive überhaupt nicht vorstellen kann, dass gerade in diesem Entertainment-Bereich, der bei uns ja quasi Wilder Westen ist, da alles exakt Gewerkschaft ist.
Ich hab mit Leuten gesprochen, die irgendwie Lichtdesign machen und so was, die sagen, so das Schlimmste, was dir passieren kann, quasi ist irgendwie so Madison Square Garden Show oder so was.
Weil bis der Scheinwerfer hängt und du du jemandem sagst, stell bitte den Scheinwerfer anders ein, weil du selber nicht auf die Leiter darfst, sind schon sechs Gewerkschaften durchgelaufen, weil die einen laden das aus, die anderen schieben es rein, die dritten bringen es auf die Bühne.
Das erzählt wirklich jeder, der jemals eine Produktion da gemacht hat. Du kannst dir das nicht vorstellen.
Und also dass sowas wie Hollywood oder dann die dranhängenden Streamer und sowas über Monate lahmgelegt sind, weil die Writers gilt oder die Actors gilt, irgendwie so sagen, so bis hierhin und nicht weiter und dann wird gestreikt und dann wird brutalst verhandelt.
Das ist ja hier auch nicht vorstellbar.
Wenn du hier als Autor irgendwie sagst, ja, aber ich hätte gerne noch das und das mit in den Vertrag.
Ich meine klar, die Verträge sind dann eh auch für die Buchautoren nochmal wieder was ganz anderes.
Wann kriegst du eine Namensnennung und sowas, das ist alles viel, viel komplexer.
Aber das ist hier dann doch lockerer.
Apropos Namensnennung, das ist ja bis ins kleinste reglementiert, dass ja Leute Writing Credits bekommen, weil sie halt irgendwie so einen Halbsatz geändert haben.
Oder andere halt gar nichts bekommen oder so halt.
Und das so krass klar, die leben halt davon.
Und wir wissen jetzt alle bei dem letzten Writers Strike, dass das Streaming halt nicht mehr Geld abwirft, wie früher das DVD und Drittverwertungs- und Viertverwertungsrecht und sowas halt und die laufenden Shricks, die halt reingekommen sind dazu.
Das hat schon echt krass daran, dass aber dieses monatelang gelegt.
Milliarden sind den Bach runtergegangen sozusagen an nicht ausbezahltem Geld beziehungsweise nicht umgesetzten Geld oder und das noch nach der Pandemie.
Und was dann da alles noch hinten mit dran hängt, weil natürlich in dem Moment, wo du nicht filmst quasi vom Catering bis zum Set.
So ganze Industrie, also wissen wir alle, dass Medienbranchen ganze Industrien, von denen man gar nicht auf dem Schirm hat, dass die was damit zu tun haben, davon leben.
Das ist halt wie keine Ahnung, man sieht einen Hafen und denkt ja, da legen Schiffe an. Ja, das ist eine komplette Infrastruktur drum herum.
So von denen, der Firma, die das Boot schrubbt, bis zu denen, die die Wasserleitungen legen müssen.
Also die leben alle davon, das ist ganz schön viel.
Ich glaube, unser Bezug ist da wahrscheinlich ein anderer, wenn man aus Gegenden Deutschlands kommt, die hochindustrialisiert waren und dann es auf einmal nicht mehr waren, wo man gemerkt hat.
Oh, das war ja nicht nur Bergbau oder Tuchindustrie oder hier ganz schön viel bis zum Milchladen um die Ecke.
Alles den Bach runter halt so. Ich glaube, deswegen kann man das glaube ich schneller verstehen, was das heißt.
Aber ich fand das wirklich, wirklich, wirklich, wirklich krass. Der letzte Writer-Strike und es hat ein paar Seelen betroffen, auf die ich die Fortsetzung überwartet habe.
War persönlich nicht so erfreut, was andererseits, ja.
Ich finde Arbeitskultur, da können wir echt lange drüber reden. Als Selbstständiger im weitesten Sinne ist es eh, was ich eingangs hatte, eh schwieriger.
So hilft auch der Bezug zu anderen Leuten, das einordnen zu können.
Aber für uns, ich kann es auch nur so sagen, für uns war es der bewusste Entscheidung, das auf 100 Prozent remote zu machen.
Weil ansonsten, und auch damit einhergehend, so asynchon wie möglich, so synchron wie nötig.
Und synchron wie nötig heißt im Zweifelfall, nein, du kannst mich nicht anrufen.
Das geht nicht, weil wir haben keine Firmentelefone mehr, das gibt es nicht.
Du bist da angebordet, schreib deine Mail oder mach den Task auf.
Dann kriege ich eh einen Ping oder ich kriege keinen, wenn man gerade mit dem Hund oder mit dem Kind raus ist.
Also ich glaube, da vergisst auch, glaube ich, auch unsere Branche, gut, jetzt bist du noch in der Filmbranche, ist ja auch ein bisschen mehr time bound. Produktionen sind immer so.
Aber in dem anderen Bereich ist es nicht so time bound. Deadlines sind Deadlines, aber dazwischen habe ich schon eine Wahlfreiheit, mehr als Stempel, also eine Stempel-Uhr zu drücken.
Und Ausstrempe zu müssen für jede fünf Minuten, die ich Pause machen will.
Und auch das vergisst man manchmal in unserer Branche, dass das Diskussionen sind, die für viele Leute einfach überhaupt keine Relevanz haben.
Und ich beobachte das immer so ein bisschen, wenn ich journalistische Texte lese, die genauso was thematisieren, wo ich denke, naja, ich würde noch mal ein paar andere Leute fragen, ob die vier Tage Woche wirklich so.
Also es ist schön, dass ein Politiker dazu eine Meinung hat, aber frag mal jemanden im Schichtbetrieb, der sieht die vier Tage Woche vielleicht noch anders als du.
Aus anderen Gründen, das wäre für ihn der Idealzustand, aber der wäre auch für was anderes. Ich nehme jetzt immer den Schichtbetrieb, es gibt so tausend andere Sachen.
Kindergarten, Lehrer, solche Sachen wie Job-Sharing, die ganzen Modelle, die es ja gibt, um sowas halt abzufedern.
Die müsste ja auch irgendwo geplant, bezahlt, koordiniert werden.
Das ist alles auch nicht so einfach.
Gerade in der Koordination scheitert es ja dann, wenn du mehr Zeit darauf verwenden musst, sozusagen das alles zu organisieren und strukturieren und zu verteilen, als du am Ende einsparst oder sowas.
Dann muss man das schon sehr bewusst entscheiden, dass man es so machen möchte.
Geht dir das aber auch so, dass du oft mit Overhead beschäftigt bist, wo du sagst, das hält mich eigentlich von meiner Arbeit ab. Also ich meine jetzt nicht so etwas lästiges wie Steuererklärung, das muss man halt machen, das ist schon in Ordnung, aber so Abstimmungs-Overhead mit Redaktionen.
Du machst ja sehr viel, ich komme deswegen darauf, weil du sehr viel zeitgleich machst.
Und ich war überrascht, dass du so schnell zum Beispiel auch zugesagt hast und so schnell einen Termin, weißt du?
Ja, aber es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag irgendwie hier sitze und schreibe, sondern es ist dann, also ich würde immer noch, ich habe mir irgendwann mal so die Unterscheidungen zwischen Arbeitszeit und Freizeit gebaut,
quasi zwischen Couch und Schreibtisch oder dann auch physisch zwischen MacBook und Handy.
Also das heißt, wenn ich am Rechner bin, ist das alles irgendwie am Ende, das jetzt gerade rechne ich auch einfach mal irgendwie so in Arbeitszeit mit rein.
Und habe aber immer schon versucht oder sagen wir mal relativ früh, nachdem ich meine erste eigene Wohnung hatte, also im Studentenwohnheimzimmer habe ich dann nachts bis vier Uhr noch Bildblock gemacht oder so.
Das ist ja auch alles egal hier und so, Zeit spielt keine Rolle, Tageszeiten oder einfach gib ihm so.
Aber als ich meine erste eigene Wohnung hatte, habe ich für mich beschlossen, dass es auch einen Feierabend geben wird.
Und das habe ich, also klar, kann es dann immer mal sein, dass auch aus eigener Motivation ich dann abends noch irgendwas mache.
Du hast da nicht so Sachen, dass du sagst, boah, ich habe jetzt gerade so Tage oder drei, vier Tage hintereinander, wo ich halt sehr viel on point abgeben muss und machen muss.
Ja, meistens läuft das ganz, also es ist natürlich dann auch manchmal einfach Glück, dass es irgendwie zeitlich ganz gut passt, bzw. Pech, wenn es zeitlich nicht gut passt.
Also ich erinnere mich 2020 so im Lockdown ist ja der ESC dann auch abgesagt worden und es gab so eine Ersatzveranstaltung in Hamburg in der Elbphilharmonie.
Und davor gab es halt so eine Sendung irgendwie im Internet, wo dann die Zuschauer halt von den Songs, die eigentlich zum ESC gefahren werden, irgendwie ihre Favoriten rauswählen sollten und dann konnte man und so weiter.
Das habe ich natürlich vergessen.
Und das musste halt redaktionell vorbereitet werden von mir.
Und ich hatte aber gleichzeitig quasi die ganze Zeit meinen damals fünfjährigen Sohn hier, so weil dessen Mutter ist Sozialarbeiterin.
Da war nicht das relevante Zielgruppe, da war nicht die Frage Homeoffice oder sowas, sondern dieses normal mit Maske weiter zur Arbeit gegangen.
Das heißt, ich hatte so und einen Fünfjährigen kannst du noch nicht so, also es geht, aber du kannst ihn noch nicht so richtig gut vor den Fernseher setzen den ganzen Tag und so.
Also inzwischen war das freiwillig, aber damals musste ich halt dann wirklich so gucken.
Ich wusste, ich habe irgendwie 42 Songs oder so und ich habe ich glaube zwei oder drei Abende und ein Wochenende.
Und dann muss das am Montag fertig sein.
Und dann waren dann habe ich auch auf der Couch gearbeitet, weil auch einfach so ungefähr gar nichts mehr ging, weil ich halt einfach an einem Tag irgendwie 15 Songs also beschreiben musste.
Wer ist der Act, was ist das für ein Song, wovon handelt der, was ist die Geschichte des Acts, Land, Informationen, Statistiken, wie oft haben die beim ESC teilgenommen und sowas.
Und es werden ja auch nicht weniger Acts, das ist ja auch schon mal so.
Ja, und jetzt mache ich das jedes Jahr halt zur Vorbereitung, weil es natürlich sinnvoller, die Sachen schon vor Ort fertig zu haben und sowas.
Und kann das jetzt aber auch sehr viel früher anfangen und so.
Und natürlich Statistiken musst du dann immer nur noch um ein Jahr aktualisieren und musst nicht bei Null anfangen und dir alles.
Und das war so die eine Phase, wo ich dann wirklich auch so hinterher dachte, okay, ich habe jetzt geschlafen, ein bisschen gegessen, zu wenig eigentlich.
Und ansonsten einfach von diesen 24 Stunden sonst nur gearbeitet.
Und es gibt Menschen, für die ist gerade Selbstständige im Kultur- und Unterhaltungsbetrieb, für die ist das fast die Regel.
Und das neide ich denen gar nicht.
Ne, versuchst du das dann auch bewusst zu vermeiden.
Also dass man so Pieksachen vielleicht gibt, aber dass du bei anderen Sachen wirklich bewusst sagst, ich nehme das jetzt nicht an, weil ich weiß, dass ich dann vielleicht in Gefahr rutsche, das eine ganze Woche durchziehen zu müssen.
Ja, solche Projekte sind bei mir eigentlich eher selten.
Also so klar, dann Songcontest vor Ort ist natürlich auch einfach von Montagmorgen bis Samstagabend eigentlich durchgehend, Proben und so was. Aber ich finde, dann ist es auch nochmal von Vorteil, wenn du irgendwo in einer fremden Stadt bist und in einem Hotel bist und du bekommst dein Hotelfrühstück und du gehst irgendwo, holst dir was zu essen, als wenn du das jetzt auch noch parallel zu Wäsche waschen und Spülmaschine ausräumen zu Hause und so was machen musst.
Und ich meine jetzt auch wirklich so, dass du sagst, ey ich hab jetzt schon einen Artikel für die Tat, ich hab da was, ich schreib noch dafür was. Ich muss auch übrigens noch das machen, ich wollte auch eigentlich noch was beim Bildblock, also nicht bei Coffee and TV machen, das hab ich auch noch, das ist so in der Pipeline.
Ich glaube, den einen Artikel, den lade ich jetzt mal sausen.
Kommt wirklich selten vor, also meistens kriegt man es dann auch noch hin, dass wir irgendwie sagen, so ja dann zwei Tage später oder so was.
Also dass ich irgendwie Sachen, dass ich Sachen absage, kommt, also ist schon vorgekommen, aber es kommt wirklich selten vor. Aber das ist natürlich auch einfach dann sozusagen Glück, wie sich das alles zeitlich fügt.
Das kann auch mal anders aussehen.
Ach da, klopf auf Holz, toll toll toll, dass das weiterhin so bleibt, das freut mich ja. Ich würde jetzt, damit wir auch nicht allzu lange überziehen, in die Lightning Round gehen, wie man so schön sagt.
Ein Begriff, den ich jetzt auch erst gelernt habe, die Schnellfragerunde. Die schließt jetzt aber so ein bisschen daran an. Wir rannen die Frage schon so ein bisschen, aber ich stell sie jetzt trotzdem an.
Wie gehst du mit negativen Feedback um?
Negatives Feedback? Also klar, weiß ich nicht, so wie viele Leute gucken den Song Contest? So wenn wir Glück haben, sind das acht Millionen an dem Samstagabend.
So wenn du da irgendwie ein paar Tweets oder was auch immer Zuschriften hast, wo Leute sich über irgendwas aufregen, so manchmal gibt es es dann so, dass man so ein Feedback bekommt aus der Zuschauerredaktion.
Ja zu dem und dem Thema kamen voll viele Zuschriften und fragst du es nach, so was heißt denn für euch voll viele Zuschriften? Ja so zehn.
Und dann so ja, aber so weiß ich nicht, unsere Sendung hat jetzt gerade eine Million Zuschauer. Jetzt einfach kurz visualisieren, wie viel ist zehn?
So klar, das sind dann die Leute, die diese E-Mails beantworten müssen, weil öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist dazu verpflichtet, auf jede Zuschauer E-Mail einzugehen und so was.
So kann ich verstehen, dass das dann auch irgendwie ein bisschen frustrierend ist, so und so was. Aber ansonsten habe ich als weißer Mann jetzt eher nicht so das Problem mit negativen Feedback.
Das wollte ich auch, ja. Das ist auch einfach, das ist halt auch einfach ein Privileg.
Ja, ja und man sollte auch immer die Relation, wie das gerade richtigerweise sagt ist, im Blick behalten. So ne, oh da hat jemand was kommentiert.
Du hast gesehen, dass das Posting 3000 Leute gesehen haben und einer hat das kristallisiert, dass bei der einen den Kommentar geschrieben hat.
Das ist glaube ich nicht relevant. Klar trifft einen, also manchmal wenn es irgendwie so ad hominem geht oder sowas oder auch so irgendjemand irgendwas, weiss nicht, weirdes, gemeines irgendwie schreibt, ohne einen zu kennen.
Natürlich ist das psychologisch schon irgendwie was, was man so ein bisschen verarbeiten muss. Das ist bitter und blöde.
So, aber ach ja. Im Zweifelsfall sind es einfach sehr, sehr frustrierte Menschen, die irgendwo vor dem Handy sitzen.
Genau und du hast das Recht, als weißer Mann sollte man vielleicht auch mal dann check your privileges, das ist jetzt auch egal, kommt drüber weg.
So schlimm ist es jetzt nicht. Also man soll natürlich, angreifende Kritik ist für jeden scheiße, das ist überhaupt nicht die Frage.
Man kennt ja viele, gerade auch Musiker und Schauspieler, die sich einfach gar nichts durchlesen.
Da ist schon gar nichts damit mit gar nichts klarkommen, sonst könnten sie ihren Job nicht machen, das finde ich auch völlig in Ordnung.
Aber ich finde, das war jetzt schon eigentlich fast der perfekte Schlussgedanke, deswegen würde ich die Lightning Round zu einer wirklich schnellen Runde machen, das war genau eine Frage.
Verrückt. Machen wir das doch so. Bevor wir jetzt in die Verabschiedung gehen, würdest du noch irgendwas gerne loswerden? Haben wir irgendwas vergessen? Willst du auf ein nächstes Projekt hinweisen, wo du sagst, wenn ihr Lust habt, seid dabei?
Abonniert meinen Newsletter und v.a. verteilt ihn gerne weiter. Also da sind wir dann wieder beim Thema Feedback so. Also ich weiß auch nicht, natürlich bekommt man immer Tipps, aber so wie man jetzt wirklich das Publikum vergrößert.
Und ich denke mir so, wenn jede Person, die den liest, an eine Person weiterleitet, wir müssen ja keinen Pyramid Scheme aufbauen.
So, aber eine Person wird doch mal dabei sein. So ein Newsletter einmal weiterleiten und vielleicht verfängt es vielleicht nicht. Aber gut, das ist, also abonniert meinen Newsletter.
Ansonsten arbeite ich am nächsten Buch. Das handelt von meiner Familiengeschichte und vom Ruhrgebiet und das wird ein größeres, komplexeres Ding. Ich sage das jetzt seit zwei Jahren, dass ich daran schreibe und ich arbeite seit zwei Jahren dran.
Aber das kann auch ein bisschen dauern und ansonsten mache ich auch wieder Musik und versuche das auch noch irgendwie zu veröffentlichen. Da sind wir dann tatsächlich bei der Frage, wann mache ich das alles? Die Antwort, demnächst.
Sehr gut. Auch das ein schönes Stichwort, demnächst. Wir hören uns sowieso und lesen uns demnächst. Lukas, das hat mich wahnsinnig gefreut, dass ich das Interview-Retour, also das Gespräch-Retour geben konnte, sozusagen ins Rückspiel gehen konnte.
Die Rückrunde. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag. Danke, gleichfalls. Eine wunderschöne Woche und viel Erfolg bei allen Projekten und viel Spaß bei den Projekten vor allen Dingen.
Das ist ein gutes Stichwort. Ja, Spaß sollte immer noch vorhanden sein. Does it spark joy?
Genau. Alles klar. In diesem Sinne. Tschüss.