KREATIV KORNER

Stephan Kochs

Vom Popkulturbeauftragten zum Stadtentwickler – Karrieren sind selten geradlinig (Teil 1)

Stefan Schleifer über seinen Weg durch Musikbusiness, Kulturmanagement und Verwaltung, über Lernen im Machen, kreative Prozesse, Projektlogik, Nachtkultur und die Transformation des Gaswerks Augsburg zum Kulturareral.

11.02.2026 81 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode spreche ich mit Stefan Schleifer über seinen alles andere als geradlinigen Weg durch die Kreativwirtschaft – von Musikbusiness, Ausstellungsplanung und Design bis hin zur kulturellen Stadtentwicklung.

Stefan war unter anderem als Popkulturbeauftragter der Stadt Augsburg tätig, arbeitete über zehn Jahre im Referat für Kultur, Welterbe und Sport und leitet seit 2024 die SWA-Kreativwerk GmbH

Dort verantwortet er eines der spannendsten Transformationsprojekte der Region: das historische Gaswerk Augsburg, ein rund 70.000 Quadratmeter großes Industriedenkmal, das heute als Ort für Kultur, Kreativwirtschaft, Nachtkultur und Open-Air-Events neu gedacht und entwickelt wird.

Im Gespräch geht es um die Frage, warum Karrieren selten linear verlaufen und weshalb Generalisten in komplexen Projekten oft einen entscheidenden Vorteil haben. 

Stefan spricht über seine Erfahrungen im Projektmanagement, über Stolpersteine, die man früh mitdenken sollte, und über den unsichtbaren Aufwand hinter Kampagnen, Entscheidungen und scheinbar „leichten“ Lösungen. 

Ein zentrales Thema ist dabei auch seine Herangehensweise, früh Verantwortung zu übernehmen und zu übertragen, Chancen zu ergreifen – selbst dann, wenn der Weg noch nicht vollständig klar ist.

Wir reden außerdem über die Bedeutung von Tools und visueller Denkweise in kreativen Prozessen, über Dramaturgie, Timing und Learnings aus dem Musikbusiness, die bis heute in seine Arbeit einfließen. 

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die Veränderungen der Ausgeh- und Partykultur nach der Pandemie, auf Nachtleben als Bestandteil von Stadtentwicklung und auf die Frage, wie viel Reibung, Lautstärke und Unordnung eine lebendige Stadt eigentlich aushalten muss.

Ein ehrliches, tiefgehendes Gespräch über Kultur, Verantwortung, urbane Räume und darüber, wie aus vielen einzelnen Stationen im Rückblick ein stimmiges Ganzes entsteht.

Dies ist übrigens Teil 1.

Foto Stefan: Fabian Schreyer

In dieser Episode spreche ich mit Stefan Schleifer über seinen alles andere als geradlinigen Weg durch die Kreativwirtschaft – von Musikbusiness, Ausstellungsplanung und Design bis hin zur kulturellen Stadtentwicklung.

Stefan war unter anderem als Popkulturbeauftragter der Stadt Augsburg tätig, arbeitete über zehn Jahre im Referat für Kultur, Welterbe und Sport und leitet seit 2024 die SWA-Kreativwerk GmbH

Dort verantwortet er eines der spannendsten Transformationsprojekte der Region: das historische Gaswerk Augsburg, ein rund 70.000 Quadratmeter großes Industriedenkmal, das heute als Ort für Kultur, Kreativwirtschaft, Nachtkultur und Open-Air-Events neu gedacht und entwickelt wird.

Im Gespräch geht es um die Frage, warum Karrieren selten linear verlaufen und weshalb Generalisten in komplexen Projekten oft einen entscheidenden Vorteil haben. 

Stefan spricht über seine Erfahrungen im Projektmanagement, über Stolpersteine, die man früh mitdenken sollte, und über den unsichtbaren Aufwand hinter Kampagnen, Entscheidungen und scheinbar „leichten“ Lösungen. 

Ein zentrales Thema ist dabei auch seine Herangehensweise, früh Verantwortung zu übernehmen und zu übertragen, Chancen zu ergreifen – selbst dann, wenn der Weg noch nicht vollständig klar ist.

Wir reden außerdem über die Bedeutung von Tools und visueller Denkweise in kreativen Prozessen, über Dramaturgie, Timing und Learnings aus dem Musikbusiness, die bis heute in seine Arbeit einfließen. 

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die Veränderungen der Ausgeh- und Partykultur nach der Pandemie, auf Nachtleben als Bestandteil von Stadtentwicklung und auf die Frage, wie viel Reibung, Lautstärke und Unordnung eine lebendige Stadt eigentlich aushalten muss.

Ein ehrliches, tiefgehendes Gespräch über Kultur, Verantwortung, urbane Räume und darüber, wie aus vielen einzelnen Stationen im Rückblick ein stimmiges Ganzes entsteht.

Das Gespräch war so umfangreich, dass es auf mehrere Folgen aufgeteilt ist – dies ist Teil 1.

Foto Stefan:
Fabian Schreyer

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Transkript

Hallo, da sind wir wieder zu einer neuen Folge der Kreativ Kortner und heute ist zu Gast Stefan. Stefan hat Geschichte, Kulturarbeit und Kulturmanagement studiert und landete nach Station im Musikbusiness, wie ich ja auch, der Ausstellungsplanung, wie ich nicht, und im Design, wie ich auf jeden Fall, 2013 als Popkulturbeauftragter bei der Stadt Augsburg. Danach war er über zehn Jahre auch im Referat für Kultur, Welterbe und Sport tätig und seit 2024, ziemlich frisch, leitet er die SWA-Kreativwerk GmbH und Co Kg, wo er das ehemalige Gaswerg Augsburg als Ort für Kultur, Kreativwirtschaft, Nachkultur und Open-Air- Events entwickelt. Und jetzt kommt noch was hinten dran, wenn das nicht schon genug gewesen wäre. Nebenbei war er bis zuletzt auch noch Co-Host an der Radioshow über Hardcore, Punk und Indie und spricht zudem sehr gerne auch noch über kulturelle Stadtentwicklung und Nachkultur. Das klingt nach ganz schön viel und umso mehr freut es mich, dass du heute in der Episode dabei bist und auch noch dafür Zeit gefunden hast, wenn ich ganz ehrlich bin. Also ehrlich, das ist schon ganz schön, ganz schön umfangreich. Wenn man es jetzt zuhört, klingt es auch ein bisschen so, dass man denkt, das muss man ja auch irgendwie alles aushöhlen. Aber vielleicht hat man manches auch gar nicht so lange gemacht und deswegen wird dann irgendwie die Biografie ein bisschen länger und das eine gibt sich ja in das andere. Ich habe sogar noch im Abschluss in Kulturmanagement später gemacht. Das ist dann sozusagen das, was mich, glaube ich, eigentlich noch heute qualifiziert, aber ich erinnere mich gern zurück, dass ich das unterschlagen habe. Alles gut, ich unterschlage manchmal auch, dass ich den Abschluss in Geschichte habe. Ja, das interessiert mich aus persönlichen Gründen tatsächlich, weil ich ja mal ursprünglich angefangen habe, Geschichte zu studieren. Man glaubt es kaum und dass heute noch so ein leichtes Fleckenpferd von mir ist. Nein, aber das ist aber trotzdem sehr umfangreich in der Entwicklung. Du bist jetzt wie alt? 44. 44, das ist, und wenn du dann jetzt seit zehn Jahren schon irgendwie bei der Stadt Augsburg bist, seit zwar 13, ja kommt ja ungefähr in etwas über zehn Jahren, hast du ja sehr viele Stationen davor auch gehabt. Auch wenn man manches davon vielleicht halt nur ein halbes Jahr oder ein Jahr gemacht hat, ist es ja eigentlich auch genau das, weswegen ich ursprünglich auf die Idee des Podcasts kam. Leute, mit Leuten zu sprechen, mit Menschen, die auch Dinge in ihrem Leben gemacht haben und man merkt, Karriereleben sind selten geradlinig. Das selten macht man irgendwas mit 20, was man dann mit 40 noch macht. Das stimmt und auf der anderen Seite finde ich es irgendwie kurios, dass ich ja heute auch oft denke, es ist ja alles so Stückwerk und jetzt jetzt kann ich manchmal oder mit der Außensicht von anderen so drauf fließen, dass es halt in der Summe ein ganzes wird und dass es dann ja auch die Einzelerfahrung irgendwann ausmachen. Ich nehme aber auch wahr, dass viele, die heute so recht früh mit irgendwie 22 aus dem Bachelorabschluss kommen und in den Beruf einsteigen, denen ganz wichtig ist, dass sie so ganz geradlinige CVs haben, wo keine Lücken oder da ich mich umentschieden oder da, also in meinem Fall, da war ich schon arbeiten und habe dann gedacht, vielleicht könnte ich doch noch mal irgendwie einen Masterabschluss zusätzlich in Kulturmanagement machen und habe, bevor ich den gemacht habe, auch noch ein Semester in Augsburg in einem Studium verbracht, wo ich mich die ganze Zeit gefragt habe, was wir da eigentlich machen. In der Agentur, für die ich da vorher gearbeitet habe, einfach noch ein bisschen weiter gearbeitet habe und auch noch zur Uni gegangen bin, aber gedacht habe, also Freunde, ich komme gerade aus der Arbeit und da wird suggeriert, dass irgendwie von 14 Leuten, die da sind, irgendwie 12 danach eine Professur bekommen. Wo sollen denn die ganzen Stellen herkommen? Wie man heute weiß, nirgendwo. Muss man ja leider auch sagen. Damals nicht so gut an, dass ich das auch mal nachgefragt habe, was denn alle beruflich waren. Tatsächlich war ich auch im Geschichtsstudium, im Grundstudium, einer der einzigen, die glaube ich mal gefragt haben wusste, um so Berufsorientierung und es gab so eine Ringvorlesung und jetzt allzu weit auszuholen, wo so verschiedene Tätigkeitsfelder, und ich so aufgezeigt habe, okay, aber was mache ich denn jetzt mit dem Abschluss in Soziologie, Politik und Geschichtswissenschaften als Hauptfach mittelalterliche Geschichte? Wo würde mich das denn jetzt hinführen? Ja, also man kann sich auf die Numismatik konzentrieren und also Münzgeschichten, Geldgeschichten, Münzgeschichten und natürlich klar, eine Uni-Karriere steht immer offen und viele gehen natürlich dann halt auch in Organisationen und zum Beispiel als bei Parteien und ich so, hätt ich besser mal nicht nachgefragt, weil ich merkte gerade so 70 Prozent der Leute so, vielleicht soll ich mein Studium überdenken? Erfolgreich demotiviert. Auf jeden Fall, das war die, ich hätte diese Frage wirklich nicht stellen sollen, weil die Antwort niemanden befriedigend fürchtet, bis auf zwei Leute, die gesagt haben, Uni-Karriere, voll super, das macht mich, ich wollte immer schon drauf werden. Ich hab auch mal zwei Semester unter anderem unseres Medienwissenschaften und Jura und so studiert und hab erst ganz viele Jahre später jetzt rausgefunden, dass vermutlich aus mir gar kein so gut schlechter Jurist geworden wäre, weil ich dem ganzen Denken und seitdem ich auch so viel damit zu tun hatte, echt was abgewinnen kann. Damals hat mich aber ganz viel in dem Bereich des Studiums im Vergleich so zu Kunst und Medien überhaupt nicht abgeholt. Konnte mich da dann auch nicht so motivieren, dass das jetzt noch irgendwie was sein sollte, aber hin, also es ist so wirklich, manchmal ist man ja in der Rückschau schlauer und denkt, okay, du musst ja auch nicht, es gibt keine Verpflichtung mit allen, die da rum sitzen, die ganze Zeit abzuhängen oder so. Also das wäre ja heute auch nicht so. Man muss ja nicht mit allen, mit denen man arbeitet, Best Buddies werden. Das ist ja auch so ein anderer. Das ist tatsächlich aber glaube ich auch so neueres Phänomen, dass das so gesehen wird, wenn ich ehrlich bin. Bevor wir jetzt aber allzu sehr schon in so ein Gespräch einsteigen, hätte ich ja noch den Block der Einstiegsfragen. Du bist in Sorge, weil ich dir vorher nicht mitgeteilt habe, so wie man es auch nicht machen sollte. Nein, die sind überhaupt nicht schlimm. Ich würde jetzt einfach mal die erste Frage stellen und auch wenn wir eben schon so ein bisschen beim Musikthema drin waren, bleibe ich in dem Popkultur Rahmen, aber gehen wir auf was anderes. Was war der letzte Film, der dich so richtig umgehauen hat, wo du gesagt hast, da muss ich unbedingt danach mit jemandem drüber reden. Schwierig. Ich kann nicht sagen, ich komme jetzt glaube ich nicht auf den Titel, aber ich glaube diesen Netflix-Film über das Ende der Welt. Der mit Leonardo DiCaprio. Ja, meinst du den? Ja. Okay, ja, den fand ich auch ganz interessant. Ja, ich weiß, was du meinst. Wo man erst ganz spät den Kniff vielleicht realisiert. Ja, aber auch nur, weil ja sozusagen zuletzt dauernd irgendwo das Ende der Welt herbei imaginiert wird. Aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zuletzt außerhalb von Streaming-Plattformen viel zu selten im Kino war. Ich glaube, ich war letztes Jahr, ich bin mir auch nicht mehr mehr sicher, was ich geschaut habe. Tatsächlich, ich gehe auch nicht allzu oft ins Kino, also nicht so oft wie ich eigentlich möchte und sollte. Vielleicht was aber eher daran liegt, dass meistens, also die viele Filme, die post, wir sind ja immer noch in dieser Post-Pandemie-Phase, wo viele Produktionen gar nicht mehr angelaufen sind und auch in Holdweilen oder so und viele Filme einfach in ins Kino gepumpt worden sind, die da eigentlich auch nichts vielleicht zu, also für die ich jetzt nicht ins Kino gehen würde. So, die muss ich nicht auf einer riesen Leinwand sehen, da reicht es die zu Hause auf der Small-Screen zu sehen. Irgendein Romkommen oder ein kleinerer Film. Tatsächlich war der letzte Film auch Dune 2, wo ich gesagt habe, okay, da lohnt es sich drei Stunden ins Kino für zu gehen. Bildgewaltig, Soundgewaltig, epische Geschichte zu halten. Aber ich kenne das Phänomen. Außerdem hat man es ja bei dir, du hast sehr viel gemacht, du bist auch, da kommen wir ja später zu, gerade für auch viel verantwortlich. Da fehlt dann auch am Ende vielleicht ein bisschen die Zeit, um abends noch ins Kino zu gehen, wenn ich ganz ehrlich bin. Ja, oder ich weiß, es gibt hier schöne Indie-Kinos, wo man jetzt auch nicht irgendwie nur in die ganz Großen rein muss, aber muss sich dann auch irgendwie ins Programm immer erstmal reinfinden. Genau. Zu deiner Ausgangsfrage und das andere ist, ich habe mir diesen Elvis-Biu-Pic-Film angeschaut und ich fand ihn überhaupt nicht gut. Das war mir zu AC und mit den Kameraführungen und alles, das hat mir nicht bekommen. Ich glaube, ich weiß, worum es erfolgreich war, aber die Art von Geschichte. War der erfolgreich? Ich habe das gar nicht so auf dem Schirm gehabt. Ich habe den auch auf eine Liste gelegt, mit zum Anschauen, habe dann den Trailer mir noch mal in Ruhe angeguckt und dachte, ach nee, vielleicht doch nicht. Weil man muss halt auch aussuchen, was man guckt. Das hat jetzt nicht noch was mit dem Streaming zu tun, es ist halt einfach so. Das Streaming macht es einem dann noch viel schwerer, irgendwas zu finden. Da gibt es auch schon ein Wort dafür, wenn man sich so durch alles, was man schauen kann, durch. Ja, ich habe vor kurzem jemand gesagt. Ich habe das leider vergessen, aber jeder kennt das Phänomen und dann am Ende frustriert, schaut man was, was man schon geschaut hat oder eine Serie, die man gerne kennt und so. Ich kenne es schon, aber dazu... Jetzt haben wir eine halbe Stunde vier Streaming-Plattformen durchgeguckt. Der Algorithmus hat mir ständig etwas empfohlen, was ich entweder schon gesehen habe, angefangen, abgebrochen habe oder mich überhaupt nicht interessiert oder den Partner nicht interessiert und dann landet man am Ende bei irgendeiner Serie, wo man weiß, ach komm, lass noch mal eine Folge Simpsons gucken oder irgendwas, das ist egal. Jetzt ist eh zu spät, wir wollten eigentlich gleich ins Bett. Ja, dafür gibt es wirklich nichts. Ja, oder ich schaue dort noch mal die Doku-Befilter-Otter oder so. Genau, das geht immer. Das geht tatsächlich immer. Ja, okay, aber das ist ja schon mal eine ganz gute Antwort. Bist du eher Spezialist oder eher Generalist, wenn du das so von außen betrachtest bei dir? Ich glaube, ich bin eher Generalist. Ich glaube, ich würde Spezialist gerne auf die Visitenkarte drucken, ich weiß aber nicht, was ganz genau ich dann Spezialist bin. Also tatsächlich eher Generalist. Ich glaube, es gibt so ein paar Sachen, die ich gut kann, aber das ist schon für Spezialist ausreichend. Ich finde es aber faszinierend, wenn es jemand so auf einer Visitenkarte hätte. Okay, was wäre das bei dir? So eine Sache, wo du sagen würdest, die hätte ich gerne auf einer Visitenkarte alleine spielen. Einfach ein Spezialist? Ja, nur Spezialist. Ja, klappt. Egal für was. Ich finde das Wort Spezialist, ich bin Spezialist, also klingt ja schon mega gut. Ja, das stimmt. Oder, weißt du auch, wenn man so in irgendeiner Diskussion, da muss man mit einem Spezialisten sprechen, das klingt ja auch immer gleich so, genau rufst du an der Uni an und sagst, wir brauchen einen besten Mann, wir müssen mit einem Spezialisten sprechen. Genau, wir brauchen einen für diesen extrem unwahrscheinlichen Randfall eines Phänomens brauchen einen Spezialisten. Sie haben noch einen, oder? Das wäre ganz gut. Und man füllt das dann bei Bedarf, das wäre natürlich auch ganz gut, man ist eigentlich Generalist, schreibt darauf Spezialist, die Leute müssen nachfragen wofür, nehmen aber an, dass das für alle, also sie wissen ja nicht genau für was und dann sagt man immer, ja das kann ich, Sekunde. Dazu kann ich was sagen. Das wäre eigentlich ganz gut. Entschuldigen Sie, aber ich bin nur für die roten M&Ms zuständig. Genau, nicht für die grünen. Die grünen, da weiß ich nicht zu, da kann ich Ihnen nichts zu sagen. Chlorophyll ist nicht mein Thema. Das wäre wirklich gut. Das wäre wirklich gut. Ja, das wäre wirklich gut. Spezialist, ich habe keine Visitenkarte mehr, da ich ständig vergessen habe solche Dinge mitzunehmen, irgendwohin habe ich einfach irgendwann gesagt, ich hör auf mit Visitenkarten zu bestellen. Ich habe welche, die gehen auch so schnell aus, dass ich jetzt nachbestellen musste. Echt? Das ist noch eine Welt, die über Visitenkarten funktioniert, aber man muss selbst bestimmen, wie viele man braucht und ich konnte es am Anfang auch nicht einschätzen. Wenn man eine Visitenkarte bekommt, da stand "Gun for hire" drauf, das fand ich auch faszinierend. Das ist auch gut. Wenn, dann muss man bei Visitenkarten auch schon kreativ werden, finde ich. Also nicht nur was jetzt so Papier und Zuschnitt angeht, sondern vielleicht auch Birding. Dritte Frage, da sind wir fast schon ein bisschen gelandet, nämlich im Job. Welches Tool oder App würdest du auf jeden Fall immer irgendwie mitnehmen? Also was muss auf jeden Fall auf deinem Telefon, iPad, whatever sein? Es kann jetzt auch ein physisches Tool sein, das ist jetzt egal, aber worauf kannst du einfach nicht verzichten im Arbeitskontext? Auf irgendeine Form von Notizbuch, also sowohl physisch als auch auf dem Handy als Tool. Du musst Gedanken notieren. Ich notiere manchmal auch Sachen, also man flaggt sich ja so viele Sachen, vielleicht sprechen wir auch nochmal irgendwie über so, wie man Inspiration bekommt oder so. Ständig flaggt man sich was oder speichert es irgendwo hin, aber das ist ja manchmal in der Masse, dass ich es mir manchmal nochmal in dem Kontext aufschreiben muss, warum ich es mir jetzt gespeichert habe. Ja, ich habe tatsächlich vor zwei Monaten das Tool dafür gewechselt und weil mir das mehr Möglichkeiten zum Verschlagworten gibt. Ich habe mir vielleicht, wenn du nicht Werbung machen möchtest, mir einfach sagen, was es ist. Das ist tatsächlich sogar ein Open Source Tool. Sekunde, ich vergesse immer den Namen. Ich muss ein zweites Fenster aufmachen, damit ich dir das sagen kann. Ich benutze gerade zwei Konkurrierende, weil ich das eine mal austesten will. Das eine heißt My Mind, das ist zum Bezahlen. Das andere nennt sich Omnivore, was ich einen super Name finde. Fine Tool, das frisst wirklich alles. Ich benutze gerade so ein bisschen beides parallel und gucke mal, was für mich am besten ist. Ich tendiere gerade zu Omnivore tatsächlich, auch weil es Open Source ist und ich ehrlich gesagt solche Sachen lieber unterstütze als viele andere Dinge. Ansonsten nutze ich tatsächlich aber auch Apple Notes strikt für alles. Seit neuestem kann es ja auch Audio Sachen. Das hatten wir eben im Vorgespräch, dass wir beide nicht so die Audio-Speakleute sind. Machst du das dann auch als Notizen? Machst du dir Audio-Notizen oder ist es wirklich so wegsave und notieren? Ich spreche manchmal irgendwie ein, was geschrieben ist. Ich bin eher ein Diktier-Funktionsnutzer, als dass ich mir Audio spreche. Da möchte ich mir glaube ich selbst nicht hören, wie ich irgendwie mit schockierten Geräuschen im Hintergrund noch sage, warum ich etwas irgendwie abgespeichert habe. Ja, ich benutze es jetzt tatsächlich in Apple Notes mal so ein bisschen mehr. Vertraue aber so ein bisschen auf die Transkribierfunktion. Ja, spannend mit den Notizen. Das sagen tatsächlich viele. Das eine Tool, auf das sie nicht verzichten können, ist irgendwas zu notieren. Wir hatten früher wegen einem unserer Marketing-Manager tatsächlich einen sehr hohen Verbrauch an Field Notes. Er stand halt auf Field Notes und hat da wirklich alles in Field Notes notiert. Ich kenne Leute, die haben die letzten 20 Jahre ihres Lebens dokumentiert und legen das halt auch in den Schrank. Der Typ bin ich nicht. Ich habe vor kurzem Notizbücher weggeworfen und stelle nur fest, dass ich auch fast immer auf dieselbe Art und Weise notiere. Weshalb ich glaube ich auch immer noch so Stift oder so habe. Ich zeichne manchmal auch ab und zu zu Gedanken irgendwas. Ah, du skribbelst dann? Krass. Ja, aber auf eine andere Art und Weise. Das ist mir auch jetzt spät und durch andere klar geworden, dass es gar nicht immer so ist oder bei allen so ist. Ich nehme Gedanken sehr visuell auf und ich habe auch eine sehr bildhafte Sprache. Wer länger mit mir arbeitete oder als ich den Job gewechselt habe, haben meine Kolleg*innen mir so eine nette Erinnerungsbox gemacht und Sachen über mich geschrieben. Das war total nett und unter anderem sozusagen, was ihnen fehlen wird, ist, dass jemand alles in bildhafte Sprache packt. Das hilft mir aber dabei sowohl so Probleme als auch Gedanken klarer zu fassen und sozusagen überflüssiges mehr wegzulassen, indem ich es halt mehr in Bilder packe. Interessanter Ansatz. Das sind nicht immer die selben Bilder, sondern es sind unterschiedliche Bilder und ich glaube für die einen fliegt es ein bisschen lustig, aber wenn man sich darauf einlässt, kann man sich halt manchmal auf ein Bild leichter comitten wie auf einen Satz oder in der Beschreibung. Also ich habe mal das Problem mit jemanden damit beschrieben, dass ich gesagt habe, dass wir uns jetzt zumindest einig sind, dass wir in einem Boot sitzen und dass es ein Boot ist. Und jetzt müssen wir uns nur noch darauf einigen, ob wir auch in die selbe Richtung rudern oder jeder in die andere Richtung rudert, aber immerhin haben wir uns schon mal darauf geeinigt, dass wir in einem Boot sitzen. Wir hätten ja auch in einem Auto sitzen können. Und so sozusagen, da schaffe ich es über dieses Bild für mich das Problem klarer zu kriegen oder die Aufgabe. Das geht mir oft tatsächlich auch so, dass ich versuche für komplexere Sachen eher ein sprachliches Bild zu finden. Ich stehe immer sehr auf Autovergleiche, dann keine Ahnung warum. Ich habe noch nicht mal einen Führerschein. Ich habe keine Ahnung, warum ich über ein Auto vergleiche. Ich habe aber den Eindruck, dass das bei Leuten ganz gut Klick macht, dann wenn man das irgendwie damit assoziiert. Vielleicht kommt es daher. Aber tatsächlich skribble ich, obwohl ich in einem kreativen Designerumfeld arbeite, sehr viel weniger als ich notiere in Textform tatsächlich. Das hängt es wahrscheinlich damit zusammen, dass wir hier sehr viel in Schriftform machen, weil es halt sehr viel Marketing halt auch einfach ist. Also es ist bei mir auch sehr viel Schriftform und dann irgendwie ganz viele Folgepfeile oder Pfeile woanders und irgendwelche Beziehungen, dass es immer so aussieht, als würde ich irgendwie so Illuminatensachen malen. Auf jeden Fall sieht man auch nur wieder geheime Weltwirtschaftsplan. Ich hoffe auch immer, dass keine Kollegen das sehen, was ich da mache, weil die sich auch immer fragen würden, so ein Himmelsfilm hätte sich da aufgezeichnet. Gibt es Sinn? Nee, tatsächlich das ist ja der Witz. Natürlich gibt es selten auf Anhieb Sinn, wenn man sich das noch mal anguckt, ob das ja in einem Ideenfluss passiert ist. Es ist ja eigentlich das Hilfsmittel, um zu den Planen oder zu der Vorstellung zu kommen. Deswegen gibt es auch falsche Abzweigungen und Sachen, die keinen Sinn ergeben. Ich glaube, das muss keinen Sinn ergeben. Erst wenn man es in eine Folie packt oder eine Mindmap, dann sollte es Sinn ergeben. Weiß ich, wie es bei dir ist, das ist jetzt eher eine Frage, ist jetzt ein Statement als Frage. Ich neige dazu, schon während ich den Gedanken formuliere oder das Mindmap im Kopf baue, schon die Stolperfallen mit einzubziehen. Also die Stolpersteine beziehungsweise Hindernisse denke ich immer schon mit. Oft nicht immer. Das kann ich verstehen, aber das liegt vielleicht auch daran, dass jetzt über zehn Jahre oder nach dem Popkultur beauftragt, also in einem Referat arbeiten, ja auch in der Mischung zwischen Verwaltung und Politik und anderen Sachen ist, dass man sehr schnell anfängt, so Stolpersteine und so mit einzukalkulieren oder zu versuchen zu verstehen, was so Limiter sind. Ist aber manchmal auch gar nicht so, gar nicht so gesund, glaube ich, weil es klingt immer so, als würde man so ein Negativ-Approach verfolgen. Dabei versucht man hier nur zu sagen, wie navigieren, wie dann da drüben rum oder weil ja sozusagen von außen oftmals angenommen wird, dass man halt einfach das Erstbeste raushaut, dass es ja nicht so ist, sondern dass man sich schon wägend Gedanken gemacht hat, warum man das jetzt so macht. Also ich glaube, bei euch ja, wenn du eine Kampagne machst, ja auch so sozusagen, die kann ja sehr edgy sein, aber du hast dir ja Gedanken dazu gemacht, du knallst die ja nicht raus, weil du sagst, ey, lass uns mal irgendwie super krass irgendwie das und das machen. Da gibt es ja ein dahinterliegendes Konstrukt, warum man es so macht. Es sollte so sein, im besten Fall, wenn ich ehrlich bin. Also bei manchen Kampagnen, die ich jetzt von außen betrachtet sehe, frage ich mich wirklich, wer da in jeder Hierarchiestufe, von denen man weiß, dass die existieren, und Abnahmerunden gesagt hat, super, das ist immer noch eine gute Idee. Lass das unbedingt genau so machen. Da haben die dann nur die ersten zwei Folien von 25 angeschaut. Sieht gut aus. Ja, und jede Implikation einfach ignoriert, die noch da kommen könnte. Unser aller Job und tatsächlich dein Job am Ende ist es ja auch nicht nur die Sachen, die man entschieden hat zu kommunizieren und genau begründen zu können, warum man das gemacht hat, sondern das am Ende auch leicht aussieht. Was am Ende leicht aussieht, nur nach dem einen Statement, hat ja dieses Eisbergphänomen. Hier oben und unten ist das alles. Das ist ja in vielen Sachen so bei Projektmanagement sowieso. Der Plan sieht immer voll super einfach aus, hat aber viel Blutspeise und Tränen im Zweifelsfall gekostet und Abstimmungsrunden, so bis man da hingekommen ist. Und vieles macht man natürlich, das wird dir wahrscheinlich nicht anders gehen, intuitiv mittlerweile, weil man das Wissen schon internalisiert hat. Es sind ja so zwei Sachen. Das eine ist, dass du ja, wenn du so eine Idee verfolgst und du bist so angefixt von der Idee, du willst dich ja unbedingt umsetzen und findest die beste Idee, die du gerade jemals hattest, und dann hast du ja so einen Zug. Oder auch für Teams kann man ja so einen Zug entwickeln, da jetzt hin zu wollen. Und da ist es manchmal schon ganz gut, schon früh mal so die Stoppbefallen einfach zu kennen, damit nicht alle, die mit dir mitfahren müssen, denken, wir haben ja früher mal darüber gesprochen können, dass wir jetzt gleich irgendwie gegen die Wand fahren. Genau, also da stimme ich dir absolut zu. Genau das ist glaube ich das Ding. Und was noch ein bisschen, also der einfachste Fall ist, man vergisst Urlaubszeiten. Das ist der einfachste Fall im Projektplanung und Kampagnenplanung, was bei einer super duper Kampagnenidee, die man gerade entwickelt und alle sind so in diesen kreativen Brains, wie man sich das so vorstellt, Leute stehen vorm Whiteboard und entwickeln und schmeißen sich die Ideen um, was niemals, auch nur jemals, glaube ich so passiert ist irgendwo. Es gibt immer dieses Ding, dass dann irgendjemand da steht und sagt so, ja aber habt ihr bedacht, dass an der Stelle jetzt das in Ferien, also es macht keinen Sinn eine Buskampagne zu machen, wenn niemand Bus fährt zur Arbeit. Das macht einfach keinen Sinn. Also ein einfaches Beispiel ist tatsächlich ein Beispiel aus der Praxis. Das ist so eine Sommerkampagne entwickelt für ein Fahrgastverband und man redet, man geht viel auf Arbeitswege. Also nicht viele Leute nutzen jetzt, wir müssen das anders machen. Und daraufhin haben wir tatsächlich eine völlig andere Kampagnenidee entwickelt, die ein gutes Storytelling hatte und die den Use Case für den Freizeitfaktor deines Arbeitstickets, den Zusatzfaktor herausgestellt hat. Also das hat sich tatsächlich aus der Bremswirkung sozusagen im Kreativmeeting eine viel bessere Kampagne entwickelt und so sollte es am besten sein. Es gibt ja genauso, der Kalender ist ja voll damit, was du irgendwie, was du um Weihnachten rum nicht machen kannst, was irgendwie Januar für ein toter Monat ist, wo du irgendwie gar nicht viel machen kannst. Aber an solche Sachen, ich muss immer dran denken, ich habe da glaube ich aus dem Musikbereich am meisten darüber gelernt, wie auch so Releases geplant werden übers Jahr, also wann man so irgendwie so Indie-Sachen rausbringt, wann man irgendwo über die Intro oder vielleicht noch, falls wann es gut ist, sogar mit irgendwelchen Indie-Sachen irgendwie so zu charten Sommerferien, wenn man so wenig Verkäufe brauchte oder halt auch, dass man irgendwie November oder so ab Oktober nichts mehr rausbringen muss, weil halt alle großen irgendwie ihre Best-ofs und Sammler-Sachen und so rausbringen und dass du da dann halt völlig verloren bist eigentlich. Uhren ist ja dasselbe, das ist ja heute tatsächlich noch so Releases, es ist ja mittlerweile so ein bisschen eher anders, sind ja mehr Drops als geplante Releases, also sind schon geplante Releases, aber das ist ja nicht mehr so wie früher, dass man Monate vorher schon die Single festlegt, selbst bei einer Indie-Band, eine Radio-Agentur, das bearbeitet, aber gleichzeitig auch anderes bearbeitet wird und die Presse und dass ja schon auch, damit es bloß vielleicht auf Platz 99 der Charts reinkommt, weil das wiederum mehr Airplay produziert und so, das sind ja ganz viele Faktoren, die ja bedacht werden mussten, dass ja heute nicht mehr so, aber bei Touren ist das ja immer noch so, es knubbelt sich alles im Frühjahr und im Herbst, weil im Sommer spielen alle Festivals und das weltweit bei den größeren Bands. Und dann bist du ja eher auch so, wenn halt die ganzen Festivals ja ihre Schutzgebiete festlegen und dann dürften die Bands nicht mehr zwischendrin noch irgendwo spielen, so Sommertouren, die dann noch irgendwie zustande kommen, wenn man zwischen den Festivals noch irgendwie Club-Shows spielt. Um es aufzufüllen, damit es sich ein bisschen lohnt, dass man auf Tour ist. Ja, ja, ist ja wirklich so halt und da muss man auch irgendwie einen Club finden, der einem Mittwochabend irgendwo im Osten Deutschlands oder weil man von sonst woher, von Bayern nach Berlin muss, einem noch irgendeine Show ermöglicht und am besten vielleicht eine Unterkunft oder was. Du hast recht, das hatte einen tatsächlich geprägt, so was Marketing und Wärmung und vor allen Dingen Dramaturgie von Sachen angeht. Vielleicht kommt es daher, dass ich auch viele Sachen immer direkt mit einziehe und einbdenke. Ich glaube, es gab ja nicht so viele Musikmarketing und Radioagenturen, in deren Feedback sei, das kannst du da nicht machen. Da müssen wir so früh mit dem und dem anfangen. Da müssen wir da und da rein und das wird dann und dann geplant. Da ist ja der Kalender schon so, okay und wann können wir überhaupt noch was machen? Genau, genau und wann machen wir jetzt irgendwas und dann aber, wo wir auch schon wirklich, weiß nicht, ob das ähnliche Erfahrungen bei dir waren, aber die ich gemacht habe, wo dann das Feedback auch zurück kam mit so und das, wenn dieser Fall eintritt, können wir das sofort sein lassen. Und so, okay, das wusste ich jetzt nicht so halt. Also wenn die und die Publikation nicht so früh darauf anspringt, dann brauchen wir die nächste Phase der Kampagne überhaupt nicht zu starten, sondern müssen B nehmen oder so und du denkst ja, okay, daran hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das so eine Rolle spielt für das Thema. Also das finde ich, da bin ich froh, dass ich heute nichts mehr damit zu tun habe, wenn ich ehrlich bin. Tatsächlich kann man ja den ganzen Hype, nennt man es Hype, den ganzen Bass, den man erzeugt, kann man ja jetzt viel besser steuern über digitale Medien. Das glaube ich vielmehr selbst in der Hand oder so. Also wenn ich jetzt zum Teil noch im Keller irgendwie so Kampagnen zu Plattenreleases eingelagert und so, wo man dann halt denkt, wie stolz man dann ist, wenn man irgendwie in der Intro war und dann da noch die Anzeige dazu und so und dann will ich jetzt immer denken, versuch mal heute jemandem zu erklären, was die Intro war. Ja, auf jeden Fall. Tatsächlich alle der Publikationen, was ich heute noch als Beispiel bringe und leider mir keine Screenshots abgespeichert hatte, die eine super App ganz am Anfang hatten, die ja nicht wie heute üblich, das Digital-Abo ist im Prinzip das ausgeschossene PDF, keine Links drin, also vielleicht, wenn es hochkommt, mal Links, aber die Intro hat hier wirklich so eine App, die es völlig anders aufbereitet haben, mit weiterführenden Infos, das Musikvideo war dann auch mit drin und so. Ich fand das damals, also als so iPads hochkamen 27, 28, das fand ich damals schon herausragend. Das möchte ich aber nicht wissen, was die das gekostet hat, das jedes Mal aus dem Redaktionssystem auch wieder anders umzubrechen. Aber ich wünschte mir heute würde sich eine Publikation nochmal so viel Mühe geben, weil ich benutze keine Digital-Abus von irgendwas. Das Pinch and Zoom, da habe ich keine Lust drauf. Meine Hypothese oder Wahrnehmung, ganz viele von den Sachen, die eine eigene App hatten, haben die irgendwann wieder abgeschafft und glauben, das würde halt alles nur über die responsive Website gehen, machen aber oftmals keinen Spaß. Ich sage es jetzt nicht, weil es so ein bisschen sophisticated klingt, ich habe so einen New York Times Digital-Abo und da finde ich die App richtig gut. Die kannst du auch gut personalisieren auf deine Bedürfnisse, was dich interessiert und die haben gleichzeitig auch die einzige sinnvolle Cooking-App, die ich kenne oder Website nur Times Cooking. Das wusste ich gar nicht. Ich glaube, ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt, als wir so ein Dollar-Abo hatten. Es wird immer noch so viel günstiger als alles, was du in Deutschland abonnieren kannst. Ich habe das auch mal zu irgendeiner, keine Ahnung, nicht ein Dollar, aber irgendwie ein bisschen drüber abgeschlossen und zahle das seitdem einfach weiter. Man soll auch immer oft viel Zeit haben, um das zu lesen, aber manchmal habe ich das abgeschlossen, glaube ich, während der ersten Trump-Periode, weil ich so das Gefühl hatte, dass ich da mehr verstehen möchte. Ich glaube, da hatten sie nämlich genau für die europäische Zielgruppe nämlich auch dieses, was ich auch überlegt habe. Das habe ich abgeschlossen und seitdem fühle ich es immer weiter. Du liest es auch regelmäßig, weil die User-Experience auch eine andere ist sozusagen. Ja, das ist noch so, wo auch Artikel richtig lange gehen. Also das sind wirklich lange Artikel zum Teil, die auch wirklich noch mal oft tiefer gehen. Man muss sich das so nehmen, das ist aber auch im Urlaub kann man das auch noch mal gut lesen. Aber bei allen anderen Sachen, das wäre, glaube ich, nach wie vor so, wenn ich bei denen was sehe und denke, ich will es lesen, hast du ja dein Umsatzlimit so schnell erreicht, dass ich das einfach nicht haben will. Auf der anderen Seite, meine Frau wird glaube ich sagen, ich lese das hauptsächlich um in irgendeiner Diskussion irgendwann zu sagen, habe ich in der New York Times gelesen, weil sie sagt, das ist auch so ein Männer-Move, um irgendwie so, ich habe schon deswegen gedacht, weil es in der New York Times steht. Du hast, dann sag deiner Frau, dass sie vollkommen recht hat, genau aus dem Grunde macht man sowas. Ja, das stimmt, das stimmt leider wirklich. Das ist halt einfach, wenn man sagen kann, das habe ich in der New York Times gelesen, das wird schon richtig sein, damit habe ich recht. Ja, das ist leider wirklich so. Ja, ich ertappe mich gerade, also ich ertappe mich selber im Hinterkopf dabei, dass ich was ähnliches gestern Abend beim Spazierengehen gesagt habe. Ja, und es ist so, ja und nein gleichzeitig. Ich weiß, was sie meint und ich weiß, dass sie eigentlich auch Recht hat und dass das glaube ich auch so Man-Logic ist, wie man argumentiert. Und auf der anderen Seite, also es stimmt ja nicht, also wenn ich sage, stimmt es schon, aber manchmal ist es dann wirklich so, dass ich denke, da war ein Gedanke drin, da wäre ich noch nicht rausgekommen. Das stimmt und auch damit hast du natürlich völlig recht, weil es längere Artikel sind, sind mehr Gedanken und mehr Sachen darin formuliert, auf die man vielleicht noch selber keine Zeit hatte, länger drüber nachzudenken oder eine andere Hebel, andere, wie nennen die Amis das gerne, Thought Provoking, dass da wirklich auch mal eine Seite drin steht, wo man denkt, Christa, da habe ich noch nie noch mal nachgedacht, das ist interessant. Und kürzere Artikel sind meistens eher immer so, ich bringe dir die Info und das war es. Ne, ansonsten habe ich noch ein Wochenend-Print, Aru von der Süddeutschen und da zuletzt schon auch. Das hatte ich auch ganz lange, bis ich es irgendwann gemerkt habe, ich lese es nicht mehr. Ich lese nur noch fürs SZ-Magazin und der Rest ist so. Maximal der Kulturteil und der Rest vergammelt. Ich versuche am Wochenende tatsächlich so Zeit zu nehmen, Zeitung zu lesen. Machst du das? Ja und das Gute ist mit dem Wochenende, aber du hast noch die ganze Woche Zeit. Ansonsten beim Lesen, ich kann so zeigen, ich muss natürlich hier Regionalzeitungen lesen, damit ich weiß, was so. Aber das ist dann irgendwie über ein berufliches Online-Abo und dann aber bei der Süddeutschen glaube ich, habe ich ein großes Vertrauen, das ist auch das längst andauernde Abo, das ich habe. Das habe ich im Studium abgeschlossen, weil ich erste Woche Geschichtsstudium immer gesagt habe, ich brauche eine Tageszeitung im Abo und dann damit angefangen und glaube ich nicht mehr aufgehört. Irgendwann vom Voll-Abo auf Wochenende umgestellt. Und klar, du kannst die ganze Zeit denken, digital, aber da ist ja der nächste Klick immer sofort da und weg. Und da finde ich es ganz schön, so eine physische Zeitung zu haben, die raschelt beim Blättern. Und über die habe ich auch rausgefunden, dass ich jetzt eine Lesebrille brauche, weil ich Zeitung so. Das wäre dir am Handy gar nicht aufgefallen. Ja, sehr gut. Ja, irgendwann hat man das Handy auf dieser Armlänge, dann wird es schwierig, aber man kann ja immer die Schrift größer stellen. Stimmt, das kann sich ja selber helfen. Und am Handy natürlich auch so ein bisschen mit der Distanz gespielt, aber bei der Zeitung ist es echt am meisten ausgefallen. Ja, krass. Aber du, jetzt um auch die Kurve nochmal zum beruflichen zu kriegen, also klar, du hast das Lokalscreening drum herum. Machst du halt auch tatsächlich selber oder lässt du dir das zuarbeiten? Weil ich kenne viele, die sagen, ich lasse mir das Presseclipping sozusagen erstellen und dann screene ich das nur noch. Das machst du selber. Ja, also bin ich glaube ich auch sehr viel schneller, um rauszufinden, was für mich relevant ist oder was ich wissen muss oder welche Zusammenhänge wichtig sind. Du bist ja dieses Jahr dann erst tatsächlich von der Stadtseite sozusagen auf die Projektentwicklerseite gewechselt. Ja, also ich habe auch vorher Projekte entwickelt oder im Projektbereich gearbeitet und auch sozusagen dasselbe Projekt, also das Gaswerk schon auf städtischer Seite mitbetreut und habe dann sozusagen von der Stadt zur städtischen Tochter gewechselt und da jetzt die Leitung der GmbH übernommen und damit tatsächlich sozusagen der Entwicklungs- und Betriebs GmbH für das Gaswerk. Also das Gaswerk ist 70.000 Quadratmeter groß, ist ein Denkwort. Ja, das hatte ich gelesen. Die Dimensionen sind schon, also das ist die Grundfläche, das ist jetzt nicht die belebbare Fläche, sondern das ist wirklich die Grundfläche sind 70.000 Quadratmeter. Die Grundfläche sind 70.000 Quadratmeter, da ist ein kleiner Park dabei, da sind je nach zählweise 16 Gebäude dabei und sehr große Gebäude, kleine Gebäude, zwei Neubauten im Moment und alles in einem Denkmal und wir haben versuchen nach und nach das ganze in Nutzung zu bekommen und weil 70.000 Quadratmeter, das ist so groß wie so ein kleineres Stadtviertel, das ist eine schöne Ecke. Das ist ungefähr wie unser Viertel in Aachen. Ich glaube, das ist kleiner, wenn ich ehrlich bin. Man muss das immer wieder dazu sagen, weil ganz oft gibt es den Anspruch, dass da alles immer ganz schnell fertig sein muss und das geht halt in der Dimension einfach gar nicht. Du musst sowas sukzessive entwickeln und das ist ja ein Transformationsprojekt und eine Transformation, die über sehr lange Zeit einfach dauern muss, weil die Investitionen hoch sind und weil man das ja auch richtig planen muss. Also ich kann ja nicht einfach auch nur Sachen sanieren oder bauen und dann mal gucken, was passiert. Manchmal hat man den Eindruck, das wird so gemacht, aber nein natürlich ist das. Manchmal hat man wirklich schon den Eindruck, weil der Fördertopf da war, wird es gemacht, ohne zu fragen warum. Hauptsache damit, dass das Stadtentwicklungsprojekt irgendwie noch irgendwas passiert, damit der Etat abgerufen wird. Da kann ja auch was Gutes draus entstehen, ehrlich gesagt, wenn Gelder zur Verfügung sind, aber bei 70.000 Quadratmetern hört der Spaß dann natürlich wahrscheinlich auch ganz schnell auf, was man noch machen kann und was man nicht machen kann. Vor allem, weil du sagst, Grünfläche habt ihr auch noch mit dran, das heißt habt ihr im Sommer dann da, ist da jetzt Leben im Haus im Sinne von, macht ihr da was? Man könnte sagen, man kann da mehr Leben drin haben. Da ist über die umerst, die wir haben und brauchen Veranstaltungen auf jeden Fall viele in den Grünflächen. Es ist aber so, dass das Gaswerk bis zu seiner Fließung, also es ist auch mit Mauern drumherum eigentlich geschlossen war. Also die umliegenden Stadtviertel kennen das, aber man hat es hat sich so eingeprägt, dass man es nicht betreten konnte. Es ist ein längerer Prozess, die Öffnung des Geländes voran zu treiben. Also wir haben ein sogenanntes Portalgebäude und wir haben mehrere Zugänge, wir wollen aber auch noch zusätzliche Zugänge treffen, weil sozusagen aus dem einen Stadtviertel der absolut nächste Weg, vor allem in die Grünfläche zu kommen, bislang nur ein Fluchtweg ist und noch kein offizieller Weg und da muss man auch ein bisschen gucken, wie man das noch verbessert, aber es gibt im Sommer schon Leute, die sich dort treffen, Picknick machen, sonst irgendwie was, versuchen da auch die Durchwegung immer wieder ein bisschen besser zu machen, dass man da durchgehen kann, es geht viele Leute mit dem Rund spazieren und so. Und der Park gehört auch zu dem geschützten Denkmal dazu, weil man damals einfach dieses Gaswerk in einer sehr schönen Industriearchitektur gebaut hat und diesen Park dazu. Man hat auch mal eine ältere Dame erzählt, da haben auch früher in dem Park immer Schafe gegrast, um das Gras kürz zu halten. Wir haben auch, es ist vermiedbar, sozusagen eine sogenannte Obstwiese, da sind Obstbäume drauf. Wir haben wahnsinnig viel Obstbäume und wir haben auch ganz viele Tiere. Ich habe Zelthasen auf dem Gelände. Dann haben wir Turmfalken und ein Haufen anderer Sachen. Wir haben auch einen Teil, der wirklich so geschützte Fläche ist, die wir auch nicht bespielen, von wo sich alles, was sich irgendwo in großen Wiesen verstecken möchte, in der Wiese verstecken darf. Und auch die Hasen haben sich, glaube ich, auch an die Open-Air-Nutzung. Also wir haben ja im größten Festival 11.000 Besuchende am Tag und auch das halten die Hasen gut aus, weil sie eben trotzdem noch Rückzugsmöglichkeiten haben. Ja, ja, also wir haben tatsächlich eine richtige, also jetzt nicht so eine Kaninchen, sondern richtig so eine Langohrkolonie mitten in Aachen, in der Stadt, tatsächlich um die Uni rum. Also weil die Gebäude abends nicht benutzt werden, da geht auch keiner lang. Und wenn du dann abends spazieren gehst um elf, guck dich auf einmal halt so einen riesen Hasen halt an zwei Meter weiter. Das interessiert dir alles überhaupt nicht. Das ist ein Lehrending. Das Häufigste ist aber, dass immer dann jemand sagt, ja, ja, aber Kaninchen. Nee, nee, Feldhase. Nee, nee, das richtige Feldhasen. So, so, egal. Ich hatte tatsächlich schon mal das, gut, das liegt jetzt auch, weil wir den Erholungspark sozusagen, den Stadtpark, der ist bei uns, also hier ist unser Viertel, Ausfallstraße und dann kommst du in den alten Stadtpark, was ja auch der Aachen als Bad Aachen, was wir nicht benutzen, aber als Bäderstadt sozusagen, war da das Erholungsding, wo die Leute halt rumgehen können. Das sind eigentlich drei Parks. Und von da aus driftet natürlich so ein bisschen auch die Tierwelt in die Stadt rein. Du hast ja zu oft, dass da auf einmal ein Fuchs über die Straße entgegenkommt und dich anguckt und dann einfach weitergeht. Also ich kann hier über Augsburg berichten, was wenige wissen, aber mein liebstes Nerd wissen, wir haben hier eine große Anzahl an Stadtbibern, weil die Stadt auch durch von Kanälen durchzogen ist. Ich glaube, bis zu 80 Biber leben innerhalb der Stadtfläche von Augsburg. Und man kann die auch manchmal sehen. Die beste Geschichte ist, dass wenn jemand die Feuerwehr gerufen hat, weil er dachte, ein Biber wäre tot, dabei hat er sich nur neben der Brücke in die Sonne gelegt zum Sonnen. Aber die haben dann kein Problem damit, dass sie Sachen unterhöhlen und gerade bei den Sachen... Bisschen schon, aber sie sind natürlich geschützt und dann macht man halt so Biberdraht dran und aber sind schon aktiv und auch man kann damit rausfinden, wie groß Biber eigentlich sind. Ja, ja, die sind, das sind richtig, ja, das sind Kaliber. Ja, ich wurde ja auch in einem Park, ich habe auch schon hier auch Füchse gesehen und dass ich mal einen Fuchs gesehen habe, der hier bei grün über die Ampel geht, Fussgängerampel. Konditioniert. Also sozusagen habe ich jetzt nicht öfter gesehen, sondern nur einmal, aber habe ich gedacht, Fuchs-Klischee, wer hat es gelernt? Ja, auf jeden Fall. Mir war das gar nicht so bewusst, dass Augsburg, ich war glaube ich zweimal in Augsburg und dann auch eher nachts und habe tagsüber gar nicht so auf dem Schirm. Liegt dieses Gasometer, ist dann wirklich so auch mitten im Stadtviertel drin? Also das ist jetzt nicht irgendwie, dass das so außerhalb ist? Das ist sozusagen für jemand aus Aschen mein Gasometer oder der Großscheibengasbehälter ist in Oberhausen, in Augsburg-Oberhausen. Das hatte ich schon, ich hatte mir das angeguckt und dachte so, das ist nicht dein Ernst, das ist Oberhausen, weil das halt so in Industriearchitektur und Oberhausen ist so ein Ding. Also ursprünglich war das Ding mal, es gibt so Bilder davon, tatsächlich auf der grünen Wiese und außerhalb der Stadt und heute ist es aber zwischen drei Stadtvierteln. Ist aber eine Aschburg-Diskussion, ob das weit draußen liegt oder nicht. Die einen sagen ja, aber weil die Stadt hier ist ja irgendwie 2000 Jahre alt und hat noch so eine alte Stadtmauer und alles was außerhalb der alten Stadtmauer ist, ist immer gefühlt weit draußen. Das ist in Aschen nicht anders, das kann ich bestätigen. Das ist ein Phänomen alter Städte, glaube ich, mit alter Grundarchitektur. Also hier sagen Leute in Aschen, die quasi außerhalb des letzten Stadtmauer-Rings, die Viertel, die sind Ende des 19. Jahrhunderts, also so 1898, glaube ich, die ersten Viertel exploriert worden und dann so ein bisschen bis zum ersten Weltkrieg. Die sagen halt tatsächlich oft genug, wenn sie dann, also ältere, jetzt nicht hinzugezogene, ältere Leute sagen dann, wir gehen in die Stadt, wenn sie halt über den Grabenring rübergehen. Das ist halt so ein Ding irgendwie so. Das ist, man begreift das immer noch als gehört eigentlich nicht zur Kernstadt dazu, warum auch immer. Aber das ist halt, also ich nenne das immer gefühlte Distanz, weil zum Beispiel vom Rathausplatz, glaube ich, sind so 12, 13 Minuten Fahrradfahren. Also das ist nicht weit, aber das ist für hier, glaube ich, gibt es gefühlte Distanz. Vor kurzem kam es hier eine Konferenz zum Nachtleben im deutsch-weiligen Raum, die Stadt nach Acht. Da waren aus dem Nachtleben aus ganz Deutschland Leute da und damit Leute aus Hamburg oder aus Leipzig, wo du quasi der Innenstadt aufs Gaswerk gehst, weil wir so eine Führung gebracht haben, von denen das erzählt, so auf der Oxforder Sicht ist, das ist weit draußen, guck mich mal hier so fragend an, so was, wie? Weil halt jetzt in Hamburg gibt die, das ist halt keine Distanz. Da fragt sich ja keiner. Da ist auch letzte Woche in Berlin, dann ist es halt abends, um irgendwie Freunde zu treffen, irgendwie fast 40 Minuten mit der Bahn. Da bin ich ja hier schon hinter München, wenn ich das machen würde, aber... Ja, auf jeden Fall. Bei uns wäre es so, da bin ich schon in Köln sozusagen halt. Die Distanzen sind ja eine völlig andere Hausnummer, was so was angeht, gerade in so Metropolregionen. Aber diese Diskussion von historisch gewachsenen Städten ist immer... Ja, und ich wette ganz häufig eben damit konfrontiert mit es ist weit draußen oder die Verkehrsanbindung muss besser sein. Ist aber halt auch so, dort fährt der Bus, also ich habe eine Haltestelle, die heißt auch Gaswerk, der fährt genauso oft wie an anderen Stellen im Stadtgebiet. Aber Gefühl muss halt für viele Leute immer dann ein Bus fahren, wenn sie an die Haltestelle kommen. Ja, das ist ja eh klar. Ich habe ein großes Verständnis dafür, dass man da irgendwie eine bessere Anwendung haben will, aber die Logik, wie das funktioniert oder wann das funktioniert, ist halt ein bisschen komplexer als nur, ich schicke halt mehr Busse raus. Also da ist halt so Fahrplanerstellung und so. Ich habe das jetzt auch, seitdem ich sozusagen im Mutterkonzern zu den Stadtwerken gehöre, auch nochmal mir besser und tiefer erklären lassen. Es ist halt alles nicht so leicht und dann ist natürlich auch immer die Frage, entsteht Nachfrage, weil ich viel Angebot mache oder brauche ich erst mal Nachfrage, damit Angebot entsteht. Und auf der anderen Seite, für jede Form von Veranstaltungen bieten wir ab einer gewissen Größe ein Verkehrskonzept ohnehin an, von Ride-Sharing über Busse, die dann im Verstärkertakt fahren und so, sehr individuell auf die Größe und die Art der Veranstaltung an. Weil ja da auch die Parameter zum Beispiel so sind, dass ja die Leute heute sehr verteilt erst kommen, zum Beispiel zu einer Open Air Veranstaltung und über mehrere Stunden sozusagen Zulauf ist, aber wenn Konzert fertig, wahrscheinlich 60 bis 50 oder 80% sofort gehen wollen. Dann ist es natürlich sinnvoll, den Leuten eine gute Abreise-Experience zu geben. Verstärker-Busse oder so in der Anreise macht meistens nicht so Sinn oder würde überhaupt nichts bringen, weil das viel, viel individueller ist, zumal wir auch den größten Zustrom meistens über Fahrradfahrer haben, wenn das so. Echt? Aus der Stadt raus, glaube ich, haben wir, wir haben mehrere Kilometer so temporäre Fahrradstellplätze, die wir für Busveranstaltungen aufstellen. Auch das, wo wir wieder beim Ursprungsthema sind, das sind halt alles Sachen, die müssen mit bedacht werden. Und ich meine, ich kenne die Diskussion ja auch, man will wenig, aufgrund von Lärmschutzkonzepten und sowas hat man halt einfach in den Innenstädten immer weniger. Es ist halt einfach auch so, Viertel, die früher die Ausgeführtel waren, sind jetzt halt die Viertel, in denen man mit seinen Kindern wohnt, dann möchte man die Diskothek ab zwei Uhr nachts nicht mehr unbedingt so laut hören, wie man das früher noch toleriert hätte, wenn man da selber hingegangen ist. Dinge ändern sich so, das muss man einfach auch sagen. Deswegen zieht ja auch viel mehr raus und ist nur noch draußen in gewissen Sachen möglich, aber bedingt dann auf einmal völlig andere Sachen. Also in Aachen gab es zum Beispiel die riesen Diskussionen, wo man mit dem Stadion Neubau hingeht und dann war ein Ding, das ja viel besser wäre, das weit draußen an den Flugplatz zu packen, also eigentlich hier schon gar nicht mehr in Aachen. Das hat natürlich dazu geführt, dass alle gesagt haben, auf gar keinen Fall, wie soll man denn da hin, das geht nicht, also auch nämlich mit Verstärkerbussen, manche Leute kommen zwei Stunden vorher zum Spiel, manche Leute wollen aber erst punktgenau anlanden, aber wenn das Spiel aus ist, wollen 80% der Leute weg, auf jetzt, das ist bei dem alten Stadion schon kaum zu machen, geschweige denn, wenn das weiter draußen ist und solche Sachen sind natürlich bei Diskotheken und Großveranstaltungen immer das Problem. Aber viele Leute haben es gar nicht auf dem Schirm, dass das eigentlich neben Bühnen und weiß der Teufel, was noch alles da gemacht und gemanagt werden muss. Auch Clubbetreiber und so, ja, für ihr Umfeld auch noch verantwortlich sind, ist aber auch so eine Rechtsgeschichte, die vielleicht noch mal irgendwann ändert, aber gerade, also es wird ja bewertet, der An- und Abreiseverkehr, Autotür auf, Autotür zu, Leute rausgehen zum Rauchen oder zum draußen sich unterhalten, ist ja oft für die Nachbarschaften sehr viel störender als das, was sozusagen ein Club an sich emittiert. Das, was du die Boom Boom Sachen hörst, ist ja meistens gar nicht mehr so, es ist ja wirklich dieser, ich geh mal raus zum Rauchen und klar, der Alkoholpegel steigt, die Lautstärke wird höher. Die Frage jetzt bei mir auf dem Gelände weniger, weil es drumherum nichts gibt, aber wie ordnest du das dem einzelnen Club überhaupt zu, ob das jetzt dessen Publikum ist oder in so Ausgifürteln der Nachbar oder ob jemand, also heute ist ja auch das neue Wort Hornern ein Ding, ob jemand einfach nur dort hängt, aber überhaupt nirgendwo dazugehört. Und die negativen Auswirkungen aber trotzdem irgendwie in einem Club zugeschrieben werden. Genau und das ist halt tatsächlich, also ich kenne ja Leute, die in diesem Bereich arbeiten, als Gutachter für die eine oder andere Seite oft genug, das ist halt ein Riesenproblem. Wir haben jetzt auch ein Festival, das findet bei uns um die Ecke direkt im Park des Ludwigforums statt, naja, je nachdem wie die Bühne an dem Abend gestellt worden ist, wo man sich gedacht hat, das wäre eine super Idee, höre ich das bei geschlossenem Fenster im Sutter, aber das ist nicht zu ändern, da kann ich ja sagen, welche Band das spielt, zumindest die Musikrichtung. Ich habe da mit zwei Phänomenen zu tun, das eine ist, dass wenn ich so Technoide Sachen habe, dass den Leuten sehr viel mehr auf den Zeiger geht, weil das halt immer ein Beat durchgehend ist. Also sozusagen alles, was von der Band kommt, hat irgendwie einen Anfang und ein Ende und variiert, aber und vor allem so synthetische Bässe noch viel krasser, da muss ich da erst in der Zwischenzeit so, dass wir versuchen, Bühnen oder so an eine bestimmte Position zu stellen oder das Gelände ist groß genug, dass wir auch Flächen haben, wo wir sagen, da können wir das eher machen als an einer anderen Stelle, weil das den Leuten, das verstehe ich auch irgendwie, wenn das sehr sehr lange geht, dass das irgendwann richtig nervt und das andere ist aber auch, wie gefühlte Distanz, gefühlte Belästigung. Also unser größtes Festival hat zum Beispiel im letzten Jahr durch Wind, hat man in Stadtvierteln oder in angrenzenden Gemeinden, was gehört, wo man halt sonst nichts hört. Da war es aber nicht zu laut, da muss, die haben, das ist auch quasi behördlich dokumentiert und gemessen, alle Auflagen eingehalten. Aber die Diskussion danach ist, wenn ich da was gehört habe, dann muss das ja vor Ort schon zu laut gewesen sein oder wieso müssen die so laut machen. Da würde ich jetzt mal sagen, das war vor Ort nur nicht mal laut, aber durch Witterungsbedingungen kann es sein, dass du halt irgendwo etwas hörst und das andere, das hat sich meiner Meinung nach durch Corona ein bisschen verstärkt, dass es mal irgendwann eine Zeit lang ganz leise war, dass die Leute nicht verstehen, dass sie keinen Anspruch auf absolute Ruhe haben. Ich weiß auch, ich hab's auch gerne irgendwann nachts mal ruhig, aber man darf durchaus was hören, es muss halt im erlaubten Rahmen sein und nicht alles, was ich irgendwo wahrnehme, ist zu laut. Aber da gibt's so auch, ich, genau, wir kommen um uns zu bescheren. Oder für mich war das jetzt zu laut. Dann sagt der nächste für mich, war es jetzt aber nicht so laut und übrigens jedes Gutachten sagt, das war völlig alles im safeen Bereich, alles gut. Aber lass uns doch nochmal sprechen, damit auch du nächstes Jahr ein gutes Gefühl hast, wenn wir das wieder machen. Also wir machen ganz viel halt auch über so Anrunden, Informationen und werden da auch noch mehr machen, weil manchmal geht's ja auch nur darum, dass du vorher wissen möchtest, wann was kommt, dann kannst du dich damit ein bisschen auch noch regieren. Und das andere ist aber auch, dass ich glaube, so eigentlich gerade so ein Außenbayerischen oder auch, jetzt muss man hier auch mal aufpassen, das ist der bayerische Schwaben, dass man halt so ein Leben und Leben lassen Ding draus macht. Ich lass dem einen mal was zu und toleriere das, ich muss es ja nicht gleich gut finden. Und dafür darf ich halt auch mal was oder dass es halt ein bisschen zu einer lebenswerten, auch ein bisschen was dazu gehört, dass es mal ein bisschen laut sein darf oder also gleichzeitig sich über die Verödung von Innenstädten aufregen, aber alles an Aktivitäten versuchen zu verhindern, das läuft irgendwo gegeneinander. Das ist aber tatsächlich ein Phänomen, deswegen, wie soll ich es aussuchen, jetzt findet sich ja alles so politisch werden an der Stelle, aber es ist tatsächlich aber so ein Phänomen auch schon, das ist vor Corona halt gewesen. Irgendjemand, ein Freund von mir, ich weiß nicht, wer das genannt hat, er hat es die Verdorfung der Innenstädte genannt und witzigerweise ist, ich komme ja nun mal fast schon vom Dorf, da ist mehr Leben mittlerweile als vielfach bei uns in der Innenstadt. Deswegen stimmt diese Verdorfung, würde sogar eine Belebung bringen und das Phänomen, ich hab das letzte Woche gelesen, nicht in der New York Times, damit stimmt das vielleicht nur so halb, das höre ich aber auch tatsächlich von Jüngeren, dass tatsächlich auch so ist, dass eine Feierkultur sich nach Postpandemisch oder in der Pandemie anders entwickelt hat. Man geht halt nicht mehr in Clubs, sondern man macht halt viel mehr in Flächen, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind, wie ich kenne das Phänomen noch aus den 90ern, man ist im Wald raving gegangen, man in stillgelegten Krankenhaustrakten, in weiß der Teufel, was noch alles, also alles eher legal bis illegal und das hat halt in der Pandemie zugenommen, weil um sich dem zu entziehen und weil Sachen aus waren, hat man sich privat getroffen, hat da was gemacht, hat da was gemacht, hat da was gemacht und das hat sich jetzt postpandemisch einfach vorgelegt. Und das hat sich jetzt postpandemisch einfach fortgesetzt als neue Partikultur, der vielleicht 20 bis 14 oder 18 bis 24 jährigen, Stichwort auch cornern, solche Sachen, das läuft dem natürlich unterm Radar und auch zuwider und was du eben richtigerweise meintest, was weiß ich denn, was das jetzt, was jetzt gerade zu laut war. Bei euch könnte man das ja vielleicht noch bestimmen, aber das belebt vielleicht Sachen wieder, führt aber zu neuen Störfaktoren, weil die ich gar nicht mehr in irgendwie vorfassen kann, weil sie spontan entstanden sind und auch direkt wieder weg sind. Also ist auch ein Thema quasi im Rahmen von so einer Stand-Nach-Acht-Konferenz eben, wie man auch Regularien schaffen kann, um so teilelegale Sachen zu legalisieren oder denen halt auch Tipps zu geben, wie halt ein paar Sachen besser funktionieren. Also jetzt auch hier in Parks und so, das ist ja ein allgemeines Phänomen, dass so Kollektive oder sich Leute treffen, um halt Outdoor zu feiern und manchmal würde es schon helfen zu sagen, wenn ihr eure mitgebrachten Boxen in eine andere Richtung schallen lasst, ist es für euch gleich laut, ist aber halt von der nächsten Wohnbebauung weg. Ist ja schon mal so ein Grundlagentipp, um nicht da reinzulaufen, dass irgendwann Ordnungsdienst oder Polizei kommen. Ja, ist bei euch auch ein Phänomen in Augsburg? Ja, ist so ein bundesweites Phänomen auf jeden Fall. Ja, ja, ist es nämlich wirklich. Also ich habe so ein bisschen unterm Radar die letzten anderthalb Jahre so ein bisschen mitbekommen, aber jetzt mal so einen Artikel gelesen, wo es so dargestellt worden ist, als wäre das wirklich so ein Phänomen. Also ich habe auch Veranstaltungen von Leuten, die ansonsten so im illegalen Bereich sind und lerne da aber auch viel, weil die so total sympathisch. Der eine hat mir erzählt, sie wurden in irgendeinem Wald, in irgendeinem Forst von einem Förster erwischt und da hat dann auch die Polizei gerufen, aber die sind dann total kooperativ. Also wir sagen, sie wissen ja, dass sie das nicht dürfen und sind dann auch packen alles ein, hinterlassen keinen Müll, sind dann auch sofort wieder weg und sagen, also wir wollten das gerne machen, aber wir haben jetzt auch nicht. Also wir sind da nicht dann auf Stress aus oder ich will aber, sondern sagen, das ist dann okay. Also dann packen wir ein, dann gehen alle. Da muss man auch nicht den Ärger noch größer machen. Er sagt, da wird sogar ein Protokoll vermerkt, dass ich oder dass wir kooperativ waren, finde ich auch eigentlich ganz spannend, weil ich auch glaube, dass auch selbst die Akzeptanz dafür, dass ich mal sowas Illegales gemacht habe, größer dafür wird, wenn er dann sagt, okay. Also wenn es niemand gehört hätte und niemand mitbekommen hätte, wäre es cool, wenn jetzt hier der Förster kommt und musste dann die Polizei rufen, dann gehen wir halt. Also mehr als ein kleines Verwarnengeld wird dann auch nicht passieren. Jaja, genau, genau. Es ist ja immer bewusst, dass das was Illegales ist. Genau, solange da kein Müll zurückgelassen wird oder ich irgendwie eine Schneise hinterlasse, müsste es eigentlich passen. Das finde ich interessant, wenn man mit den Leuten redet. Es gibt auch so ein paar kollektive Archen, die das machen, die tatsächlich aus der Design- und Architekturszene auch eher sind, die da auch wirklich viel Aufwand machen, die da eigene Aufbauten machen und Beleuchtungskonzepte, also die sich da auch so ein bisschen dran ausprobieren, was sie im Studium lernen, so ein bisschen auch, um das dann halt zu realisieren. Ich glaube, weil ja auch im Clubbereich Nachwuchs fehlt, dass das schon die nächste Generation vielleicht von Clubbetreibern ist, die aber auch kommt auch mehr oder wird mehr diskutiert, dass eben mehr Clubs von Kollektiven betrieben werden oder auf Zeit betrieben werden, was auch andere Herausforderungen mit sich bringt. Aber ich glaube, dass es braucht, so eine illegale, halblegale Partyszene, um irgendwann dann ins Legale zu kommen. Muss es, muss es. Das war schon immer so und wird immer so sein. Das war von der ersten Studentenkneipe im 15. Jahrhundert wahrscheinlich nicht anders als über die 60er und sonst was. Das ist so. Also man kann immer sich da hinstellen und sagen, ist aber alles illegal. Ja, klar. Ich meine, wir haben auch mit mit 18, 19 irgendwelche Partys veranstaltet in irgendwelchen Bahnhöfen, die man halt gemietet hat, hat das Catering selber gemacht, hat Brötchen geschmiert und man hat es für eine gute Idee gehalten. Bedarf gesehen, vor allen Dingen auch das muss man sagen, Bedarf gesehen, den jemand anders nicht gesehen hat, weil es aus der eigenen Sache herausgekommen ist. Und es ist eine Geschichte, die ich ganz gerne immer, apropos Stadtentwicklung erzähle. Wären in den 70ern nicht ganze Häuser in Aachener Vierteln besetzt worden von irgendwelchen Kommunen, wären die abgerissen worden und genau gegen solche Gebäude ersetzt worden, wo man heute sagt, lass uns die abreißen, die sind hässlich. Also so 70er Jahre Architektur. Diese ganze Architektur in vielen Vierteln, wo heute Touristen durchgeschliffen werden und Edepethete Restaurants drin sind, hätte es nicht gegeben, wenn nicht irgendwelche Leute gesagt hätten, lass uns das besetzen, das darf nicht abgerissen werden. Und heute tut man sich so ein bisschen groß damit und zeigt das so rum und sagt, guck mal, das ist aber voll schön oder? Und verschweigt so ein bisschen, dass das eigentlich Panker erstmal besetzt haben und gesagt haben, ne ne, das wird nicht abgerissen oder irgendwelche Hippies oder Kommunen oder sonst was halt. Und vor allem lange, bevor man den Mikros graue Energie erfunden hat. Genau. Und das gäbe es heute alles einfach gar nicht. Also ein alter Freund von mir ist jetzt gegen, also der hat lange irgendwo anders gewohnt, dann musste da raus und sein Sohn ist ja 17. Und die sind jetzt gegenüber des Guinness Hauses in Aachen gezogen, was wirklich, kann sich jetzt gerne jeder mal angucken, Guinness Haus Aachen, schönes Gebäude, das ist genau eines dieser Viertel. Und er wohnt jetzt schräg gegenüber und sagt, man hat gesagt, das Eimer darf auch schon mal so, guck mal, das wird dein Vater besetzt, das ist ständig da, wenn wir das nicht besetzt hätten und unsere Kneipe da reingemacht hätten. Unsere Anarchokneipe, das gäbe es halt einfach nicht. Sozusagen, das Fadi erzählt vom Krieg der neuen Generation. Genau. Und genau dasselbe Phänomen, darauf gehe ich hinaus, glaube ich, ist das jetzt. Man muss das, das sind die Leute, die heute Sachen explorieren. Es gibt ja so Theorien, ich hab sie vergessen, dass halt Kreativwirtschaft die Erstbesiedlungspflanzen sind. Das klingt ja so ein bisschen, also nach dem Geheimen. Es gibt so die zwei Bücher und Denker, entweder Richard Florida mit Rise of the Creative Class, oder Charles Landry Brite, mit dem darf ich heute ab und zu arbeiten. Als ich dem zum ersten Mal das Gaswerk gezeigt hab, ist das so, wenn du dem Erfinder von irgendwas zeigst, wie es jetzt gerade umgesetzt wird, das ist schon irgendwie verrückt. Das ist ja Charles Landry, das ist der. Der hat die Creative Cities erfunden und dann noch ein paar Bücher drüber geschrieben. Und der ist ein bisschen, also das wurde ja eine Zeit lang alles so als neoliberale Theorie abgebrannt. Vielleicht stimmt es bei Richard Florida auch mehr als... Bei Richard Florida würde ich sagen, ja. Weil wenn man sich das Ganze... Aber trotzdem ist die Gesamtidee dann deswegen nicht schlecht. Mir geht es dann manchmal zum Beispiel über so neoliberal alles so abzukanzeln, dass man nichts mehr davor... Also weil sozusagen, da geht es ja dann relativ schnell um so Getrifizierungsthemen. Da muss man auch immer aufpassen, mit welchem Soziologie-Studenten man sowas diskutiert. Aber ein bisschen ist es ja auch so, das ist halt so ein Life-Cycle. Also ich finde den auch nicht immer gut, aber selbst derjenige, der das Gute möchte, schafft dadurch oft das Schlechte. Also das, was du vorher gesagt hast, wo Studenten gewohnt haben, wenn die nie ausziehen und danach mit ihren Familien dort sind, ändert sich natürlich das Wohnumfeld. Also kann die aber auch nicht einfach rausschmeißen. Nee, genau. Das ist es halt. Und man will halt irgendwann aus der vorher billig bewohnten, in der Eigenregie vielleicht auch renovierten Wohnung, verwandelt man irgendwann in sein Eigentum, weil die halt einfach schön ist. Und dann wohnt man halt 100 Quadratmeter alt, baut die sich nebenan, niemand mehr als neu überleusten könnte. Zu dem, was du gesagt hast, würde ich noch sagen, Architektur eigentlich auch wichtig. Also ich meine, ich habe heute ein jetzt über 100 Jahre altes Gaswerk mit einer tollen Industriearchitektur. Ich frage mich halt, was wir heute bauen oder in den letzten 20 Jahren gebaut haben, was ich in 100 Jahren noch jemand anschauen möchte oder noch umnutzen will. Ich weiß nicht wie sehr du bei YouTube so ein bisschen mit Architektur, also nicht Architektur, aber so im weitesten Sinne Design, Architektur. Also nicht Architektur bei anderen Sachen, aber ich habe nur bei YouTube mitbekommen, dass es so viele Brutalismusfans gibt. Es gibt ja und bei den Jüngeren, genau darauf wollte ich jetzt gerade hinaus, ich bin auch ein Brutalismusfan tatsächlich, weil ich halte das auch für erhaltenswert, weil es einfach eine bauhistorische Nummer ist, die man, ich finde es schade, dass das letzte Gebäude in Aachen, ich weiß warum, aber es ist der Bushof, der wird einfach jetzt irgendwann niedergelegt. Damit ist das letzte brutalistische Architektur Dingweg näher, aber bei Jüngeren ist es tatsächlich auch post pandemisch so, oft so, dass die den Modernismus und den Mies van der Rohe und alles sowieso als menschenfeindliche Architektur brandmarken und verweisen halt auf so imperiale Architektur mit viel Ornamenten und sowas und sagen halt, ja das ist aber schön, das ist aber schön. Also gehen über so einen ästhetischen Begriff daran und gehen, das ist mir jetzt ein paar Mal untergekommen, auch tatsächlich von "Why German cities are so ugly". Das kann ich hier sagen, weil vieles davon einfach weggebombt worden ist, das ist zum Beispiel einer der Gründe, vieles davon hat man in Aachen zum Beispiel auch mutwillig danach, um eine autofreundliche Innenstadt zu bauen, weggesprengt, also vieles was nicht hätte weggemusst, also bautechnisch, ist einfach platt gemacht worden, um das für Autos frei zu machen, damit Leute schnell von A nach B kommen, was heute würde niemand mehr auf die Idee kommen sowas zu tun, sowas Irrwitziges. Aber die gehen dann, ein Positivbeispiel hier sind dann tatsächlich Städte wie Rothenburg, Obtertau, Augsburg, München sowas halt und da wird dann geflissentlich auch ignoriert, dass vieles von München nicht so aussieht, wie das was sie zeigen. Eine große Straße, die so die Alster durchkreiert, die ist auch quasi im Nachhinein, wo schon ein bisschen, glaube ich, was weggebombt war, dann neu rein planiert worden. Die breitet aber heute halt so zwei historische Teile und man wünschte sich die Straße wieder raus, aber man ist ja immer schnell im Urteilen, aber wenn man dann auch sieht, wie so die Zukunftsvorstellungen in den späten 50er und 60er Jahre waren von Mobilität oder wie man sich Modernität vorgestellt hat, kann ich schon ein bisschen nachvollziehen, warum man dann halt irgendwie von den ganzen Gründerzeitsachen oder Mittelalter-Sachen irgendwie weg wollte und vor sein muss, dass man Sachen erhalten hat. Aber ja, Pug ist mit so interessanter Architektur und so, das kann ja auch aus allem so einen Kolonialismusanspruch machen, liegt aber auch ein bisschen daran, dass ich mich schwer dabei ertappt fühle, weil ich wirklich großer "Mies von der Ruhe"-Fan bin. Also, was kaum einer weiß und das ist wirklich schlimm, dass in der Stadt, wo der Mann geboren wurde, also der ist nicht hier geboren in Aachen, aber aufgewachsen, der hat seine Lehre hier gemacht, der hat seine erste, da streitet man sich so ein bisschen drüber. Das ist ein Gewerkschaftshaus, das ist direkt bei uns um die Ecke, das steht auch noch zur neuen Freiheit, das glaube ich, ich habe es vergessen, ob er den Schriftzug designt hat, ob das einer seiner ersten Arbeiten ist, die man überhaupt noch sieht. Es deutet darauf hin, dass es so ist und dann ist er ja ziemlich schnell nach Hamburg gegangen und dann weiter weg. Aber es, also bis auf das wir eine ehemalige Gewerbeschule nach ihm benannt haben und eine Straße findest du nichts von "Mies von der Ruhe" in Aachen. Also es gibt das "Mies von der Ruhe"-Museum, das hat teilweise nur auf, ich war immer noch nicht drin, ist aber eher aus Privatinitiative entstanden, aber es findet im Stadtkontext nicht statt. Seine Werkstatt, in der er gelernt hat, ist tatsächlich eine Straße weiter von uns, da ist eine Plakette, die ist ungefähr so groß, das war es. Auch in der Stadt, in der Stadtwerbung, in "Casacal", ja, printen, ja, "Mies von der Ruhe", wer? So halt, da wird er nicht durch. Das ist natürlich auch selektiv, aber natürlich bin ich, "Mies von der Ruhe", klar, also sorry, aber das erste, was ich immer noch mache, wenn ich in Barcelona bin, ist mir den Pavillon noch, noch, noch mal anschauen. So weit, das ist einfach. Und daran sieht man ja, also jetzt ist ja auch irgendwie 20er Jahre und danach, dass es schon Sachen gibt, die halt überdauern oder halt andere, so Klassiker. Und was halt, glaube ich, einem eher schmerzt, sind diese ganzen Pseudo-Bauhaus-Stil-Sachen, die damit eigentlich wenig zu tun haben, aber nur, wenn man irgendwie einen weißen Kokus gemacht hat, um ein paar quadratische Fenster rein, schon irgendwie von Bauhaus-Architektur zu sprechen. Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Es gibt einen guten Insider-Account "Vielfalt der Moderne". Da gab es ja sehr viel, also man denkt immer, oh, da kam das Bauhaus und das war's. Die haben alles platt gemacht, das klingt retrospektiv so, ist es aber nicht, da gab es halt sehr viele Zwischenläufer. Es sieht halt so aus, aber dass das Ganze halt Vorstufen und Zwischeniterrationen hatte. Wir hatten das ja im Vorgespräch, es ist ähnlich wie der Lebenslauf. Im Nachhinein sieht das immer so aus, als hätte das einen linearen Ablauf gehabt, aber das hat es tatsächlich nicht. Retrospektiv sieht das immer alles easy aus, wie eine Projektplanung. Im Prozess ist es eine verschlungene Fahrt, wo es auch einen anderen Weg hätte nehmen können und dann wäre man ganz irgendwo anders ausgekommen. Also, wie kannst du Architektur noch sagen? Ich durfte im Laufe der Zeit relativ häufig bauen und die beste Geschichte dazu ist, dass ich mal am Ende von einem Bauprojekt eine Architektin, die da gearbeitet hat, gefragt habe, wo ich eigentlich Architektur studiert habe. Das ist ja gar nicht so zum Thema Generalist, aber du die richtigen Fachbegriffe ein bisschen was angelesen und ich glaube, es blieb auch immer fast viele unklaren, warum ich da die Projektleitung habe und ob ich davon eigentlich Ahnung habe oder nicht. Aber wir haben also zumindest ganz am Ende mal drüber gesprochen und das ist so die größte im Nachhinein Auszeichnung, dass es so lange nicht aufgefallen ist, dass ich das aber wirklich nicht studiert habe. Und ich wurde Generalist. Aber klar, im Laufe seines Berufslebens und Arbeitslebens, was auch immer Projektlebens, kriegt man halt Einblick in viele Dinge. Und bei uns auf der Agenturseite ist es ja dann ähnlich so, man liest sich in viele Dinge ein und zwar genauso. Also ich sage immer, ich habe sehr lange Verkehrsthemen gemacht, was man eben glaube ich auch schon so ein bisschen rausgehört hat, dass ich mich schon so ein bisschen damit auskenne, dann zwangsläufig. Und ich irgendwann so nach vier Jahren gesagt habe, ich muss da raus. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich an einem Freund von mir, da sind wir übrigens in Barcelona, DJ Freund, egal, spazieren gegangen und wir redeten über so ein Thema. Und ich so, ja, das ist aus dem und dem Grunde nicht möglich, weil das und das. Und er so, du kennst dich zu gut damit aus, du musst da raus. Und ich so, ja, ich fürchte auch. Thema Biografie ist mir vorhin auch noch eingefallen, natürlich ist nicht alles springend oder so, warum ich auch so, man muss ja dann immer schon mehrgleisig fahren, aber vor allem auch so Musik oder davon irgendwie Musikbusiness leben zu können. Auch irgendwann, das ist vielleicht bei dir oder bei euch, ihr wart ja auch immer mehrgleisig. Aber wo man da so rauskommt, also irgendwann war ja auch klar, dass man damit kein Geld verdienen kann und dass man vielleicht auch nicht. Also, ich kenne vielleicht alle so ein paar Leute, die glaube ich für immer in der WG wohnen und sich halt dem Ganzen so verschrieben haben. Aber wir haben einen Freund, der damals in London gewohnt hat, der hat mal den schönen Satz gesagt "Fool doesn't pay the bill". Und das ist eigentlich mit der wahrsten Satz. Und meine heute Frau hat glaube ich auch irgendwann mal so, dass eigentlich alles so richtig ist und man weiß es dann halt auch schon, dass man, dass man noch Dinge zusätzlich macht. Das ist ja auch andere in dem ganzen Kontext, wenn man mal Kreativwirtschaft oder so Dinge gibt, die jetzt besser sind als das und man kann ja damit auch prima abgleasen. Schwieriger, wer sozusagen am Ende gließt sich das viel stringenter, wie man dann auch irgendwann so sagen muss "Ne, das ist es dann auch einfach nicht mehr", oder wie ich halt jemanden traf und da kommt dann schon Geschichtsstudium und so ein Interesse an Architektur und Gestaltung. Wo dann so plötzlich Ausstellungsplanung zum Thema war und ich dachte, das ist ja toll. Museum-Ausstellungsplanung, da gibt es Grafik, da gibt es irgendwie In-Architektur. Wenn du von Geschichte Ahnung hast, weißt du noch, wie irgendwie so kulturhistorische Ausstellung geht, das ist ja super. Dann halt auch ganz viel by exit, dann habe ich dann quasi im Aufbaustudium, in dem Museum und Praktikum gemacht und klingt im Nachhinein nicht gescriptet und da hatten damals Volontäre ein Projekt, das gegen die Wand fuhr. Und habe dann mein Freund von mir, damaliger Chef, gesagt "Du, das funktioniert nicht, magst du das, du kielst Geld, mach doch dieses Projekt zu Ende. Hier ist noch eine aus dem ehemaligen Team von fünf oder so übrig, mach doch mal". Da habe ich die erste Kabinettsausstellung mit Budget gemacht und wusste überhaupt nicht, wie mir geschieht. Und dann war ich mit Praktikum fertig und dann haben die gesagt, da habe ich gerade in der Wirtschaftskrise, da hat der Staat Geld rausgepumpt. In Baden-Württemberg gab es dann, glaube ich, sogenannte ZO2 Mittel, Zukunftsoffensive 2, da gab es Geld und dann haben die mich plötzlich, sollte ich in Uberschfarben ein Museum einrichten und da die Projektleitung übernehmen. Und dann war ich von einem Tag auf den anderen Projektleitung für eine Museumsneue Konzeption gemacht und dann noch für eine Ausstellung zur Musikkultur, wo dann halt so ein bisschen Musikhintergrundwissen und andere Sachen plötzlich total gut zusammenpassten. Wir hatten das letzte Woche auch noch mal so eine Diskussion mit so, was soll man denn machen und wie schafft man denn Erfahrungen und sich neue Sachen und ich so, sag am Anfang einfach immer ja. Sag einfach immer ja. Willst du? Ja. Willst du das machen? Ja. Egal ob du das kannst oder nicht. Also du kannst das schon, sonst hätte dich niemand gefragt. Also jemand hatte Vertrauen in dich, sonst hätte er nicht gefragt. Sag einfach ja und guck, hinterher kannst du immer noch sagen, das ist nichts für mich gewesen. Ich möchte was anderes machen. Aber sag einfach am Anfang ja. Und zur Not schaust du, was passiert. Die meisten Leute sind keine, wie man so schön sagt, Arschlöcher und wollen dich fallen sehen. Die meisten Leute haben Vertrauen in einem und wollen, dass das auch funktioniert. Und wenn man dann zwischendurch, es ist auch übrigens keine Schande zwischendurch zu sagen, dann bin ich mir nicht sicher. Könntest du mir dann noch mal ganz kurz einen Brief hingeben? Was? Und ich finde vor allem Führung durch Vertrauen ist eigentlich das Beste, dass du mal ganz Leute, Leuten Vertrauensvorschuss geben kannst. Hi, Stefan aus dem Schnitt hier. Also die Folge war recht lang. Ich wollte sie jetzt nicht komplett in einer Episode abhandeln, weil das Gespräch geht dann doch auch nahezu zweieinhalb Stunden bis fast drei Stunden. Ein bisschen was ist gegartet worden, aber ja, an dieser Stelle beenden wir das mal. In der nächsten Folge geht es dann weiter mit dem Gespräch zwischen mir und Stefan. Und es ist auch weiterhin sehr interessant, das muss ich sagen. In der nächsten Folge geht es weiter. Immer schön abonnieren. Ihr wisst schon, damit ihr auch benachrichtigt werdet, wenn die nächste Folge erscheint. Alles klar. Bis dahin dann. Ciao. [Musik]